Wir hiken den Gletscher und singen „Holz“…

HuHu liebe Panne-Fans,

mein Chefadministrator Pat hat gerade geschrieben, dass wir gestern den Spitzenwert an Klicks auf der Panne-Website hatten. Yeah Leute, macht weiter so! Angespornt von diesem Ergebnis schreib ich doch glatt sofort den nächsten Beitrag. Und ich hab‘ noch ’ne Belohnung für Euch treue Leser :-). Kennt Ihr das auch- dass man einen bestimmten Song mit einem bestimmten Urlaub verbindet und man ihn nie wieder los wird? DJ Pat hatte für uns alle auch einen solchen Song vorbereitet und ich sag Euch: er lief rauf und runter, runter und rauf, Tag und Nacht, immer, und immer, und immer wieder. Sogar Anne hat nach ein paar Tagen jede Textzeile sicher mitzwitschern können :-). Irgendwie passt das Lied aber zur Reise und damit Ihr etwas vom „Panne-Alaska-Fieber“ mitbekommt, dreht die Lautsprecher auf, schließt die Augen, genießt den anspruchsvollen Song und träumt Euch in die mit viel Holz bewachsene weite Landschaft Alaska’s:

So, ich hoffe Ihr seit nun wieder zurück aus dem Traum und habt noch etwas Lust auf unseren Ausflug zum Root Glacier- einem gigantischer Gletscher in den Wrangell Mountains.

Natürlich sollte man eine echte Gletscherwanderung nicht allein absolvieren und fachkundige Anleitung besorgen, denn mit seinen tiefen Gletscherspalten kann solch ein Ausflug durchaus gefährlich sein. In Kennicott hatten wir uns eine Hiking Tour gebucht- und zwar die längste der angebotenen Tagestouren. So holte uns der Shuttlebus auch schon um 8 Uhr an der Footbridge in McCarthy ab. Von der guten Pannemanier hatte ich Euch ja schon geschrieben- die hielten wir auch an diesem Tag strikt ein und kamen erstmal 10 Minuten zu spät zum Bus. Aber freundlich und cool wie man hier ist, war das kein Problem. Frühs waren es so ca. 7 Grad und daher doch etwas frisch im Zelt- daher wollte keiner aus dem warmen Schlafsack raus und Frühstück machen. Zu mehr als Kaffee und Cornflakes hatte es also heute nicht gereicht. Mist, nun hatte mir mein lieber Pat aufgrund der Proteste im Walmart doch noch die gute Salami besorgt und eingepackt- und dann hatten wir keine Zeit mehr, um uns ein Brot zu machen :-). Naja. Im Übrigen hatten Anne und ich inzwischen Schnupfen und gut damit zu tun, aus allen möglichen Taschen und Rucksäcken die letzten Taschentuchreserven zusammen zu kratzen ;-). Aber zurück zum Thema.

Nach kurzer Fahrt zur Kupfermine von Kennicott bekamen wir dort -an der Basisstation- unsere Eiskrampen und lernten den Rest der Gruppe kennen. Außer unserem Guide waren nur noch drei Amerikaner dabei, also waren wir eine coole kleine 7-Mann-Gruppe. Im Loslaufen hatte der Regen ein Einsehen mit uns und beendete für diesen Tag seine Aktivität. Sonne gab es zwar kaum, aber zumindest war es -nach einer regnerischen Nacht- nun wieder trocken.

Die nächsten 10 Kilometer führte uns der Guide kreuz und quer über den Gletscher, rauf und runter, zu Gletscherspalten, tiefen Löchern, durch einen Gletschersee und ich kann Euch sagen: es war der Hammer! Das geilste Erlebnis für mich in Alaska! Wenn Ihr die Gelegenheit dazu habt, macht unbedingt eine Gletscherwanderung- solange es sie noch gibt! Ich lass‘ einfach ein paar Fotos sprechen:

Die Tour dauerte gut 7 Stunden und in der Hälfte machten wir Lunch- mitten auf dem Gletscher. Die Cornflakes waren längst verdaut und unser Magen signalisierte, dass er Nachschub braucht. Zum Glück hatten Panne mal wieder an alles gedacht und im Walmart schon belegte Baquette für die Tour besorgt. Für die aufmerksamen Leser unter Euch: ja, im Walmart besorgt- vor drei Tagen. Und ja, die konnte man noch essen :-). In Amerika gibt es ja nur Gummibrötchen und die haben auch Vorteile. Kauft man ein Baquette, welches länger als der Rucksack ist, kann man es einfach gebogen rein legen. Nach dem Auspacken biegt sich dieses dann einfach in die Ausgangsposition zurück. Cool oder?! Und haltbar sind die Dinger- die hätten wir noch Weihnachten essen können. Auf jeden Fall war jetzt gerade alles lecker, egal was :-). Dann packte unser Guide einen Gaskocher aus seinem Rucksack und er so: „Coffee, Tea, Chocolate, Sider?“ Wir so: „Yeah, Du bist der geilste Typ- ever“. Er hatte tatsächlich nicht nur Tee im Teebeutel, sondern auch Kaffee, Kakao und Apfelwein als Pulver im Teebeutel. Krass.

Ich kann Euch sagen: es war der geilste Kaffee, den ich jemals getrunken hab! Übrigens gab es ein paar Tage später in einem Nationalpark nochmal Kaffee aus dem Teebeutel- erst jetzt hatte ich den Muckefuckgeschmack bemerkt. Auf dem Gletscher war es trotzdem der geilste Kaffee 🙂 !! Und wer aufgepasst hat, konnte es auf dem zweiten Foto sehen: aus Twix wurde KitKat- wir lieben halt die Abwechslung 😉 !

Gestärkt und mit neuer Kraft kam der zweite Teil der Wanderung- und glaubt nicht, dass es mal langweilig werden würde. Jeder Meter Eis war anders als der andere.

Nun noch die zwei Kilometer zurück zur Basis in Kennicott:

Um 18 Uhr brachte uns das Shuttle zurück zur Footbridge und die letzten Meter Fußmarsch zum Campground waren jetzt unendlich weit. Anne und ich waren schon über die Kapazitätsgrenze des allerletzten Taschentuchs hinaus gekommen, meine Füße waren wieder fast trocken, dafür meldete nun mein rechtes Knie sehr deutlich, dass das heute im wahrsten Sinne des Wortes die Spitze des Eisberges gewesen sein sollte und es keinen Bock mehr auf Laufen hat :-). Und am Zeltplatz angekommen wurde einem wieder klar, was wirklich wichtige Dinge im Leben sind: frische trockene Taschentücher, ein heißer Kaffee, Nudeln mit Tomatensoße :-).

Aber jetzt kommt’s Leute: danach- also nachdem wir mit kaltem Wasser abgewaschen und den Müll in die rund 500 Meter entfernten bärensicheren Müllkübel gebracht hatten-gab es: GLÜHWEIN ! Gut, es war glühender Wein- also ungewürzt- aber egal- warm und lecker ! Sind wir heute seelig eingeschlafen 🙂 ! Gute Nacht- bis zur nächsten Geschichte!

PS: vielen Dank für Deine Beharrlichkeit Anne! Sie hat darauf bestanden, dass ich mir im Walmart noch Handschuhe kauf‘- die waren echt nötig auf dem Eis 😉 !!

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