Galapagos – Teil 2: San Christobal – mittags Hammerhaie und abends Seelöwen

Huhu Ihr Lieben,

hier sind wir wieder mit einem weiteren Bericht von den Galapagos Inseln.
Inzwischen ist die erste Woche in Puerto Ayora (Santa Cruz) vergangen und wir konnten Energie für die nächsten Tage sammeln. Mit der „Travel Agency Galapagos Dreams“ haben wir ein individuelles Abenteuer Paket für die nächsten 12 Tage geschnürrt. Der erste Teil des Paketes sind 3 Übernachtungen im „Hostal Albatros“ auf San Cristobal – die zweit älteste Insel im Galapagos Archipels.
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Also hieß es Freitagmorgen, 06:20 Uhr am Pier von Santa Cruz zu sein, um in der nächsten Gepäckkontrolle die armen Sicherheitsleute mit unseren „Backpacks“ zu belasten. 😉 Im Halbschlaf haben wir dann Fragen zu frischen Obst, zufällig

eingepackter Erde oder Tiere wahrheitsgemäß beantwortet und durften ohne große Probleme den Pier passieren. Auf die Fähre – ein Schnellboot mit 3 großen Motoren – ging es mit Hilfe eines Wassertaxis. 26 Rettungswesten, Personen und Tickets wurden geprüft– alles stimmt überein – das „O.K.“ für die Motoren auf volle Fahrt in Richtung San Cristobal. Wie lange die Fahrt zu diesem Zeitpunkt dauern sollte war für uns ungewiss. Zudem habe ich mit einem unguten Gefühl festgestellt, dass wir auf dem Boot zwar rundum Windgeschützt sind, aber der Windschutz nur den Blick auf die Motoren frei gibt, damit wir auch die Chance haben einen Teil der Abgase von dem Motor einzuatmen. Gar nicht gut für den Pat. 😉 Mir blieb auch nicht viel Zeit darüber nachzudenken wie die Überfahrt wohl werden würde, dann begann das Boot auch schon im Takt der Wellen zu tanzen. Nach 2 Stunden erreichten wir den Pier in San Cristobal. Während Anne versuchte vom süßen Schlaf zu erwachen hoffte ich den Mund noch bis zum Erreichen des Piers geschlossen halten zu können.

Am Pier angekommen wurden wir auch gleich von unserem Tour Guide in Empfang genommen – denn auf dem Programmplan stand „die Insel mit einem persönlichen Tour-Guide“ erforschen. Und ganz wichtig – einem der Englisch spricht yeah. Ich hatte kaum Zeit richtig seekrank zu sein, da hatten wir schon das Gepäck auf den Schultern und sind mit Guide in unsere neue Unterkunft gelaufen. 5 Minuten vom Pier und Küste entfernt, PERFEKT!! Den Check-In hat er für uns erledigt und im Handumdrehen hatten wir unser Zimmer und das Wifi-Passwort. Unser Zimmer – hier haben wir die Auswirkungen unser harten Verhandlungen mit der Agency erfahren – kein Tageslichtzimmer. 4 Wände, ein Boden, eine Decke und zwei Türen. Eine Tür für das Bad und eine für das Verlassen des Zimmers. Wir haben uns schnell für Tür „2“ entschieden und sind lieber mit dem Guide auf Tour gegangen. 😉
Den südlichen Teil der Insel sollten wir als erstes kennenlernen. 🙂
Mit dem Taxi ging es vorbei an einem Flughafen (hier gibt’s echt ein Flughafen) und Lava-Steinbruch, um dann am „Lava Strand“ anzukommen. Der Name klingt vielversprechend, aber was es außer Lava noch an diesem Strand zusehen gab, erzähle ich gleich. Denn erst haben wir unsere Wanderung zu den Steilwänden der Südküste begonnen mit dem Ziel dort die ersten „blue footed booby“ (auch bekannt als Blaufußtölpel) – und die Füße sind wirklich blau! – und viele andere Vogelarten zu sehen. Dafür braucht es festes Schuhwerk, um die wildesten Lavaformationen den Berg hinauf meistern zu können. Oben angekommen wurden unsere Augen wieder einmal mehr mit wunderschöner Natur verwöhnt. Hier gab es stahlblaues Wasser dessen Wellen seit Jahrhunderten unaufhörlich gegen die lavaschwarze Steilwand peitschen. Den Vorteil einer Steilwand wissen die Vögel hier sehr zu schätzen und wir haben Glück hier viele verschiedene Vogelarten zu finden. Ich möchte Euch hier nicht mit Details langweilen – aber wenigstens die für uns coolsten: „blue footed booby“ und „Galapagos tropical bird“ waren auch da, um Panne zu begrüßen. 😉

Zurück am Lavastrand haben wir unser Outfit getauscht – raus aus den Klamotten – rein in die Badesachen und Schnorchel Equipment an. Endlich ist es soweit – der erste Blick in die Unterwasserwelt. Der erste Schritt war auch schon ziemlich war sehr aufmunternd, ganz eindeutig Nebensaison. Unser Guide hatte schlauerweise ein „Wetsuite“ an, um sich vor der Kälte zu schützen und wir? Naja – eine Badehose ist ja auch was Wert. 🙂 Doch jetzt hieß es tapfer sein – denn mit viel Glück befindet sich ein ganz tolles Tier in dieser Lagune, das wir unbedingt sehen wollen. Nach einigen Schwimmzügen und erstmal Salzwasser aus der Maske entfernen, waren wir bereit – bereit die Meeresschildkröten zusehen und im nächsten Augenblick haben wir auch schon die Erste erreicht….wow…einfach nur WOW!! Dieses Tier – es ist so toll – so riesig – so gelassen – so alt und hat sich nicht im Geringsten von uns stören lassen. Dann noch eine weitere Schildi – kam ganz langsam angeschwommen – im Wasser wirkt sie schwerlos und ruhig. Das Highlight – beobachten wie sie auftauchen, um Luft zu holen. Anne und ich waren hin und weg – die Kälte war eine Zeit lang vergessen.

Nach dem Schnorcheln gab es Mittagessen. Hier haben wir unsere Chance genutzt, um von dem Guide die wichtigsten Infos zu bekommen: „was sollte man auf der Insel unbedingt gesehen haben“, „faire Preise für Mittag-und Abendessen“, „faire Taxipreise“. Ein Mittagessen, mit Suppe (Vorspeise) und Hauptgericht Fischfilet oder Hühnchen mit Reis und ein Glas Saft = $4. Das ist ein guter Preis für eine Insel.

Der Nachmittag war mit der Geschichte der Galapagos Inseln ausgefüllt. Unser Guide war echt fit und hat das super gemacht. Wir hatten einen tollen Morgen und Nachmittag und inzwischen habe ich mich auf ganz gut von der Überfahrt erholt. Den restlichen Tag haben wir am Seelöwen-Strand verbracht. Ein Alpha-Männchen das seine Kolonie von mind. 20 Weibchen bewacht. Diesem Schauspiel haben wir 4h gefesselt beigewohnt – bis zum wunderschönen Sonnenuntergang. Eins muss man sagen, das Leben als „Alpha-Männchen“ ist wirklich nicht leicht. Der arme Kerl, verteidigt den ganzen Tag seinen Strand und sobald ein anderer männlicher Seelöwe kommt gibt es richtig Ärger. Einmal hat sich dieses Schauspiel vor unseren Augen aufgetan, bis zum Strand hat es der Eindringling geschafft, aber dann war Schluss und dann blieb ihm nur wieder die Flucht ins Wasser. Sind diese Kolosse erst einmal im Wasser – sind sie pfeilschnell. Was für ein Schauspiel. 🙂

Tip von unserem Guide – wenn Dich ein Seelöwe verfolgt – Flüchte immer aufs Land, nie Richtung Wasser!;)


Zurück in unserem Bunker.:)

Unsere Dusche hat unsere Erwartungen vollkommen erfüllt – die ersten 10 Sekunden hatten wir warmes Wasser bis es einmal laut im Bad klackt dazu das Licht einmal flackert und als Resultat wird das Wasser wieder kalt. Generell sind die Duschen hier sehr einfallsreich J, ein Bild dazu stelle ich in die Galerie. 😉 Aber wir haben fließendes Wasser, welches man auf San Cristobal sogar vom Wasserhahn trinken darf (auf anderen Inseln, bis auf Isabella, darf man das nicht). Die Matratze – sie hat uns an Moab (Arches Nationalpark) erinnert, denn jede kleinste Bewegung wurde mit einem knattern und knistern von ihr quittiert. Okay – irgendwie schaffen wir das schon – also Licht aus und schlafen. Aber ihr denkt’s Euch schon – das Licht ging zwar aus – aber alle 10 Sekunden gab es wie ein Impuls, ein ganz kleines schwaches Aufleuchten, in der Lampe. Aber zu mehr Dunkelheit konnte ich den Lichtschalter nicht überreden. lach Aber was soll ich sagen – irgendwie haben wir das doch auch erwartet – und die 3 Nächte gehen auch irgendwie vorbei. 😉

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Der zweite Tag auf der Insel sollte spannend weitergehen. So haben wir für heute eine Schnorcheltour zum „Kicker Rock“ auf dem Programm. Ein riesiger Felsen, genauer ein Jahrtausend alter Ascheberg mitten im Ozean. Für mich hieß es aber erst Mal – mein kleines Traumata von gestern wieder aufleben lassen – denn 1 Stunde Schnellboot fahren war angesagt. Aber dieses Mal nicht quer über den Pazifik und meine Hoffnung hatte sich bestätigt, die Überfahrt war dieses Mal besser (es gab endlich auch Fenster im Boot 😉 ).

Am „Kicker Rock“ angekommen hatte sich eine kleine Gruppe für den Tauchgang vorbereite (ein bisschen traurig waren wir zunächst schon „nur zu schnorcheln…“ und danach durften wir Schnorchler dran. Dieses Mal hatten auch wir einen „Long-Wetsuite“ im Gepäck und den brauchte man hier erst recht. Nach einem gekonnten Sprung vom Boot tauchte man schön ins Wasser ein – ganz wichtig dabei, Maske festhalten – andernfalls schlägt einem die Humboldt Strömung (Meeresstrom von der Arktis) eiskalt ins Gesicht. 😉 Nachdem sich alle beruhigt hatten ging die Tour los. Hochspannend war das Schorcheln durch die breite Felspalte, welche den Kicker Rock in 2 Teile trennt. Es war schon ein aufregendes Gefühl mitten im Ozean an einem Felsen entlang zu schnorcheln. Die Wellen, die Kälte, das weite blaue Nichts, nicht einmal der Boden ist zu sehen, manchmal ist das auch ein unbehagliches Gefühl. Die Unterwasserwelt entlang der Felsen war vielfältig, zwar keine Korallen, aber viele bunte Fische und zum Schluss auch noch meine lieben Meeresschildkröten die Algen vom Felsen abknappern.
Doch unser Highlight sollte was ganz anderes werden! Als unter uns wie von Zauberhand ein Sardinen-Fischwarm auftauchte – direkt unter uns – wir waren so überrascht, dass wir echt hingestarrt haben. Und dann an der Grenze unserer Sichtweite tauchten sie auf: zwei Hammerhaie – welche den Schwarm durchstreiften – WAHNSINN!!! Jeder gibt ganz hastig seinen Schnorchel-Buddy ein Deutung mit dem Zeigefinger „Daaaaa – schau daaaaa“…..da sind sie – wirklich groß..grau..einfach Hammer..Hai;)    .…und so schnell wie sie da waren, waren sie auch wieder weg.
Angst? – muss man keine haben. Es gibt genug Futter für die Tiere und da sind so ein paar Schnorchler nicht wirklich interessant! Der Tag wird unvergesslich sein – wir haben uns MEGA gefreut, alle diese Tiere sehen zu können!!! Einer von Anne`s Wünschen ging hier in Erfüllung! Endlich mal Hammerhaie live sehen.

Am dritten Tag haben wir eine Tour auf eigene Faust geplant. Zusammen mit 2 anderen Backpackern aus Australien, welche wir auf dem Boot kennengelernt haben, wollte wir den Vulkan erforschen und noch weitere Ziele auf der Insel mit einem Taxi anfahren. Das schöne ist – je mehr Leute – desto günstiger das Taxi – so kam es, dass wir zur Abfahrtszeit anstatt 4 Leute schnuckelige 9 Leute waren. Backpacker haben Zeit und sind spontan – zudem scheint die Kommunikation echt gut zu funktionieren – ich liebe es!;) Am Ende haben 4 im Auto + Fahrer und 5 auf der Ladefläche gesessen. 🙂 Um den Artikel nicht völlig zu sprengen lasse ich für diesen Tag die Bilder sprechen. 🙂

Am Abreisetag sollten wir dann um 14:30 Uhr wieder an dem Pier sein – doch dieses Mal war ich vorbereitet. Ein gutes Frühstück und eine Vomex (Reisetablette) und die Überfahrt war wie ein süßer Traum!;) Vorher hatten wir noch eine kleine Wanderung durch die Lavalandschaft gemacht und die Fregattenvögel beobachtet.

Das waren 3 Tage Galapagos – und als nächstes wartet auf Euch eine 6 tägige Bootsreise um den westlichen Teil. Seit gespannt was wir da alles erlebt haben!!!:)

Viele Liebe Grüße von San Cristobal,
Eure Weltenbummler

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