Vier Betten und ein Mülleimer…

Hey, Hello, Kia Ora,

nachdem Anne und Pat ihren Skydive souverän und völlig cool geschafft haben, haben wir einen freien Tag in Taupo genossen. Schön auspennen, gemütlich frühstücken, durch die Stadt und am See entlang schlappen, Fotos anschauen, dazu Bacardicola auf der Zunge tanzen lassen und: -Achtung sehr geil für ein Hostel!- den kostenfreien Whirlpool im Garten nutzen.

Auch der nächste Tag startete entspannt um 9, denn der nächste STRAY- Bus fuhr erst um 13 Uhr in Taupo los. Pacman hieß unser neuer Fahrer und wieder hatten wir über 40 neue Backpacker an Bord. Runde vier Stunden Fahrt lagen vor uns, zwischendurch gab es einen Einkaufsstop, denn das neue Ziel lag mitten im Outback: die „Blue Duck Station“ in Whakahoro. Und dort gab es natürlich weder etwas zu kaufen, noch war WiFi zu erhaschen und das Handy zeigte permanent „Kein Netz“ an. Geil oder?! Wir fuhren ab der Hauptstraße noch eine Stunde tief in die Wildnis über unbefestigte Schotterpisten immer weiter in eine wahnsinnig tolle und einmalige Landschaft. Das sah echt nach Erholung aus. Die „Blue Duck Station“ ist eine gigantisch große und auch typische Farm in Neuseeland. Mit Schafen, Kühen, Ziegen und Pferden. Aber hier leben auch die seltenen Namensgeber der Farm, die blauen und wild lebenden Enten. Wir hatten wieder riesig Glück und mussten nicht in einen der 8er- Schlafräume einziehen, sondern bekamen einen einzelnen Bungalow, etwas abseits und sehr ruhig. STRAY hatte 44 Betten reserviert und 43 Leute waren wir im Bus. Da Anne & Pat die ersten am Check-Inn-Schalter waren, hatten wir natürlich das eine freie Bett mit abgegriffen und waren zu Dritt im Viererbungalow. Nun stellt Euch aber diesen Bungalow nicht so vor, wie Ihr ihn vielleicht aus einem Urlaub kennt. Schließlich waren wir als Backpacker auf einer Farm im Outback. Es war also eine einfache Bretterhütte, in der man (nachdem unsere Koffer und Rucksäcke auch mit eingecheckt waren) sich kaum noch drehen konnte.

Am zweiten Tag fragte uns Pat allen Ernstes, ob es einen Mülleimer geben würde. Ich musste sofort los feiern und habe dann eingeworfen, dass ich die Inventarstücke unserer Unterkunft an fünf Fingern abzählen kann: Bett, Bett, Bett, Bett, Mülleimer. Das war wirklich alles! Anne kugelte sich feiernd im Bett, irgendwie war das unser Brüller des Tages. Kommt Leute, grinst mal, auch wenn ich glaube, dass das niemand komisch findet, der nicht dort war :-). Aber immerhin waren die Betten auch bezogen und es gab Strom. Und es waren die ruhigsten Nächte des Trips, wir haben durchgepennt bis halb 10- Luxus pur ;-). Anstrengend war allerdings der Kochbereich. Es gab zwei normale Haushaltskühlschränke, einen normalen Herd und zwei Spülbecken für uns 43 Gäste. Dazu drei Kochtöpfe und zwei Pfannen. Und: einen Abwaschschwamm- ich kann Euch sagen, der muss echt schon was gesehen haben in seinem Leben :-). In der Küche hörte man eigentlich nur „Sorry“, „Sorry“, „Sorry“, weil jeder dem anderen im Weg stand. Aber haja, für mich Newbie spannend und äußerst interessant (deshalb muss ich das hier auch schreiben), für die anderen eher nur eine der täglichen normalen Backpackerüberraschungen.

Auf der Range gab es eine Menge Aktivitäten zu buchen: Kajak fahren, Reiten, Jeepsafari, Jagen oder Tontauben schießen. Leider waren die Sachen aber alle ziemlich teuer und so haben wir eine individuelle und kostenfreie Panneaktivität ausgewählt. Bestimmt war die auch viel viel cooler, denn wir sind auf eine ca. 10 Kilometer lange Wanderung über die Farm aufgebrochen, zum farmeigenen Kaiwhakauka waterfall. Die Landschaft war echt toll, grün so weit das Auge reicht, geprägt von Silberfarnpalmen und dem Whanganui River. Dazu die Tiere der Farm und eine der Blue Duck’s haben wir auch gesehen. Am Wasserfall angekommen mussten wir natürlich auch barfuß durch das einladend flache und kühle Wasser laufen. Immer weiter erforschten wir das Areal, waren ganz dicht bis an der Wasserfallkante und am anderen Ufer des Flusses. Die Steine im Fluss waren rutschig und Pat lauerte schon ein paar Minuten grinsend mit seiner Kamera hinter mir, um auf jeden Fall einen Ö-Fehltritt festhalten zu können. Doch ich hatte mir fest vorgenommen, es dazu nicht kommen zu lassen. Als lange nichts passierte, war die Kamera aus und dann: Ihr könnt es Euch bestimmt denken lach. Ö rutschte aus und knallte die volle Länge lang mitten in den Fluss. Ich war voller Schlamm und natürlich auch patschnass. Während ich alle meine Körperteile einzeln nach Anwesenheit abcheckte und glücklicherweise nur blaue Flecken entdecken konnte und nachdem das erste Gelächter verhallt war, kam die Frage nach der Wasserdichte meines iPhones auf. What mit Özilaugen guck ? Mein Handy ? Ach Du Schreck- es lag schön glitzernd im Fluss. What the fuck 🙂 ! Aber es ging gut aus: Pat kümmerte sich sofort um den Patienten und reanimierte ihn erfolgreich, Anne befreite im Fluss meine Klamotten vom Schlamm und ich versuchte mich irgendwie in der Sonne zu trocknen. Ein paar Haribo’s später liefen wir weiter und nun ging es einen ziemlich steilen Berg im Wald hinunter. Einen rutschigen Berg. Und ich trau es mir kaum zu schreiben: ich hatte noch nicht richtig die Beschaffenheit des Untergrundes erforscht, als sich meine Beine vom Rest meines Körpers weg bewegten und ich sitzend den Hang nach unten rutschte. Naja :-), nun blieb alles dreckig und so landenden wenigstens meine Klamotten mal abends im Waschbecken und wurden mit Duschgel gepflegt.

 

Was soll ich sagen- es war ein echt schöner Tag, den wir alle genossen haben. Er konnte nur noch von Nudeln mit Rindfleisch und Tomaten-Rotwein-Soße, Bacardicola und Karten klopfen gekrönt werden.

Nachts begann es zu regnen, übrigens der einzige Regentag bisher, und das sollte sich auch tagsüber nicht ändern. So zogen wir mit STRAY am Sonntag weiter zum nächsten Ziel und hatten auch nichts weiter geplant, als die Zeit mit Müßiggang zu füllen. Oder um uns mental vorzubereiten auf das nächste Abenteuer: den Tongariro Alpine Crossing, aber dazu mehr im nächsten Bericht, wenn ich dann noch schreiben kann :-).

Viele liebe Grüße aus „National Park“ (der Ort hier heißt tatsächlich so)!

Euer Ö@pannö !!

Ein Gedanke zu „Vier Betten und ein Mülleimer…

  1. Tongariro Alpine Crossing? Müssen wir uns jetzt Sorgen machen? Vielleicht solltest du lieber erst laufen lernen, lach.

    Grüße vom Rest der Fam.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.