Capitol Reef – Eine Lektion die sich gewaschen hat!

Huhu Ihr Lieben,

heute schreiben wir Euch aus „Torrey“, dem kleinen Ort kurz vor dem „Capitol Reef Nationalpark“ und wir sind ganz außer uns von dem was wir heute erlebt haben.

Die gestrige Anreise in Torrey war schon echt toll – wir sind von Escalante über den „Boulder Mountain“ gefahren. Ein „Scenic Drive“ der seinen Namen auch wirklich verdient hat. Auf einer Höhe von 9600ft (ca. 2900 m) haben wir mit dem Auto den Höhepunkt der Straße erreicht. Die Aussichten auf diesem Weg in das Tal sind Atemberaubend – Ausblicke die manchmal unterschiedlicher nicht sein könnten. So blickt man vom dem Berg, von einer grünen wildwachsenden Wiese nach links in das 2000m tiefer liegende Tal und sieht noch die roten Felsen in der teilweise Wüstenartigen Umgebung und auf der rechten Seite beginnt der grüne Fleck Erde. Und Tatsache – in der Mitte – in der Luft, da liegt ein Gewitter!:) Das alles auf einen Blick zu sehen – das ist ziemlich „strange“ aber toll.

[Fotos? Die müssen wir noch prüfen und werden noch kommen. Wann?
Sobald das Internet stabiler ist – wir reisen morgen weiter – gute Chancen auf neues Internet!;)]

In Torrey angekommen hatten wir hier auch schlechtes Wetter die Vorhersage für die nächsten Tage war 50 – 50. So haben wir am Campground für einen Aufschlag von $6 pro Nacht eine „Cabine“ gebucht – denn das Gewitter hier ist echt furchteinflößend Rumpelig und Laut. Die Temperaturen sind inzwischen auf durchschnittlich 25°C gerutscht (abends noch kälter). Damit hatte sich das Kühlproblem wie in Escalante beschrieben auch schon direkt wieder erledigt. 😉

Nach dem Einzug in die „Cabine“ waren wir auch schon gleich im Visitor Center und haben uns nach den „must do’s“ erkundigt. Die Auswahl war groß und wir waren uns schnell einig, über das was wir machen wollen. Am Abend sind wir wieder einen „Scenic Drive“ durch den Park abgefahren. Zu diesem Zeitpunkt hat es wieder gewittert und geregnet – aber „hey“ – im Auto ist das kein Problem und man schaut gelassen zu, wie der Regen die Felsen noch röter färbt. 🙂

Heute Morgen sind wir nach einem kräftigen Frühstück bei Sonnenschein direkt zur „Hickman Bridge“ gefahren, ein 2 Meilen (3.2km) Rundweg, um hier auch wieder eine „Nature Bridge“ wie in Escalante – nur noch mehr freistehend – zu besuchen. Noch ein Stück weiter des Weges ist es passiert – wir haben endlich richtige Wandzeichnungen (1300 C.E) gefunden ;). [Auch hier folgen noch Fotos]

Als nächstes hat es uns zu den „Pioneer Register“ und den „tanks“ gezogen.
Ein „Tank“ ist wie eine Art natürlicher Pool im Felsen, mit unterschiedlichen Formen, Größen und auch etwas „Wildlife“ (z.B. Frösche lol). Baden darf man darin selbstverständlich nicht (klar).
Die beiden Ziele liegen am Ende des Parks und die letzten 2.5 Meilen führen direkt abwärts durch einen Canyon. 20160630_130452_CapitolReef_WMEin etwas komisches Gefühl ist es schon – denn nach mind. 800m (der 2.5 Meilen) wird klar, dass der Fluss und die „Straße“ sich den Weg nach unten sehr oft teilen. Aber das Wetter ist sonnig und wir sind recht zügig am Parkplatz angekommen.
Kurz die Informationsschilder und auch Warnhinweise lesen und schon sind wir auch auf dem Weg zu den Pools. Nach einigen Minuten laufen und grüßen anderer begeisterter Wandere hören wir ein leichtes„grollen“ durch den Canyon. Hmmm…bei einem Blick nach oben sehen wir mit einem Schlag dunklere Wolken aufziehen. „Wo kommen die denn her“? War es bis eben noch sonnig und bei der Einfahrt waren keine dunklen Wolken zu sehen. So langsam wird das Grummeln häufiger und leichter Regen setzt ein – hmmm – das ist bestimmt ein kurzer Schauer, aber wir entschließen uns dazu nicht weiter von den Parkplatz weg zu laufen. Nachdem der Regen zunimmt und das Grummeln zu einem deutlichen Donnern wird – ist es klar – wir laufen definitiv zum Parkplatz und keinen Schritt weiter in den Canyon. Am Parkplatz angekommen finden wir mit anderen Wanderern Unterschlupf unter einer überdachten „picknick area“. Soweit – so gut. Wir beobachten den Canyon genau. Erinnerungen wie „Fluß und Straße teilen sich den Weg nach unten“ und positive Gedanken wie „Gestern hatte es ja auch schon geregnet und noch schlimmer als heute und die Straße war super in Schuss“.
Der Sand sauagt nach wie vor fleißig alles Wasser auf. Nach etwas über einer halben Stunde hört der Regen auf und wir entschließen uns sofort den Canyon zu verlassen. Gesagt – Getan. Wir kommen super durch und denken an die Worte der anderen Wanderer, die noch unten geblieben sind. Mit Wasser ist erst dann zu rechnen, wenn kleine Wasserfälle an den Rändern runterkommen – immer wieder kurzer Check – keine Wasserfälle alles gut! 🙂 Nach gefühlt ¾ des Weges sehen wir auf der Geraden ein kleines Rinnsal entgegenkommen.
Na – da hat es doch etwas Wasser geschafft – aber es sieht bald so aus als würde es im Boden versickern und mit den Gedanken an den Hinweis der Wanderer geht es mit guten Gefühl weiter. Dann wird das Rinnsal etwas größer:

20160630_142701_CapitolReef_WMWeg und Fluss sind geteilt und wir können auf die vor uns liegende Kurve blicken. Doch plötzlich ist was anders und wir können unseren Augen kaum glauben. Dem Rinnsal folgt mit einmal wesentlich mehr schaumiges Wasser und das versickert nicht mehr. Da ist nicht wahr! Da kommt das Regenwasser den Canyon runter – es fließt ruhig und es wird mehr. Wenn man das in diesen Moment realisiert – dann geht es einen durch Mark und Bein. Nicht lange überlegt haben wir zügig gewendet – der Parkplatz wo wir vorhin noch standen war höher und sah recht geschützt aus.
Auf dem runter Weg haben wir weitere Fahrer getroffen, angehalten und gewarnt – doch die waren nicht sehr beeindruckt von unserer Alarmierung und fuhren entspannt weiter! Waren wir doch vielleicht etwas zu ängstlich?

Am Parkplatz angekommen war auch niemand mehr zusehen – und wir haben darüber nachgedacht, ob wir auch wieder umdrehen und den anderen Gleich tun sollten? Schnell waren wir uns einig es zumindest bis zur nächsten höheren Stelle (wo Wasser und Weg sich abzweigen) zu versuchen. Also wieder hoch – und kurz darauf kamen auch die zuvor gewarnten Fahrer wieder zurück. Waren wir doch nicht so ängstlich – jedoch hätte uns die andere Variante besser gefallen. Da waren wir nun, standen mit den anderen auf der Anhöhe, ohne Handyempfang (wollten beim Visitor Center anrufen) und mussten hoffen, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Außerhalb des Auto’s hörte man auch schon das sich annähernde, rauschende Wasser. Es war nicht schnell – aber trotzdem Angsteinflößend. Wenige Minuten später war der Weg nach oben auch so gut wie komplett überschwemmt – wir haben mit einem Strich eine seitliche Markierungen gesetzt, um so zusehen, wie schnell es steigt.

20160630_150429_CapitolReef_WMWeitere Minuten später fing es wieder an zu regnen und donnern – Oh nein – das kann doch nicht sein. Da hilft nur noch ein Stoßgebet – die anderen Fahrer waren noch cool, aber ganz offensichtlich besorgt.
Die Gute Nachricht, das Wasser hatte die letzte Markierung trotz Regen nicht weiter überschritten und wurde nach weiteren Minuten sogar wieder weniger (die Ränder wurden schmaler). Irgendwann ist aus heiterem Himmel ein Mann aufgetaucht. Er ist mit Sandalen durch das Wasser gelaufen und kommt von dem Anfang der 2.5 Meilen. Er war total begeistert – denn das letzte Mal als er sowas hier erlebte ist 12 Jahre her. Wenigstens einer der sich freut!;) Jedoch berichtete er – Aktuell ist es nur Knöcheltief – aber weiter oben sieht es gar nicht gut aus. Weitere sehr dunkle Wolken ziehen auf und bringen Regen der uns in größere Schwierigkeiten bringen könnte – schnell waren wir alle der festen Überzeugung – wenn, dann ist jetzt unser Zeitfenster, um hier rauszukommen. Und das haben wir auch genutzt und den Aufstieg gewagt. Während ich so schreibe bin ich wieder voll drin in dieser Situation. Es war echte Nervensache und nach insgesamt ca. 2 ¾ Stunden waren wir aus dem kompletten Desaster draußen. Heilfroh – und wie sich herausstellt auch Wettertechnisch die beste Entscheidung:

20160630_163433_CapitolReef_WM„You are responsible for your own safety“. Das steht auf jedem Schild – wir haben heute eine Lektion in Sachen Wetter gelernt. Keine App – keine Sicht in den Himmel, sondern professionelle Wettermeldungen aus dem Visitor Center Tagesaktuell einholen.

Aber es ist alles gut gegangen und am Ende konnten wir dann auch wieder lachen!:)

Ansonsten nehmen wir schöne Erinnerungen mit und fahren Morgenfrüh nach Monument Valley. 🙂

Liebe Grüße,
Eure Weltenbummler

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in USA von Pat. Setze ein Lesezeichen zum Permalink.

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