Abenteuer Outback – auf ins Zentrum von Australien: der rote Monolith wartet!

Hey Panne-Leser,

So ihr Lieben, da sind wir schon wieder ;-)! Wir waren im australischen Outback und haben uns den „großen roten Stein“ namens Uluru im Zentrum angesehen! Nach unserem Flug von Perth über Adelaide nach Alice Springs kamen wir bei noch wärmeren Temperaturen an! Ich war schon etwas erschrocken, da es plötzlich alles so grün hier erschien. Als ich das letzte Mal vor 8 Jahren hier war, war alles nur roter Sand, vereinzelt ein paar vertrocknete Büsche. Was war hier los? Ganz einfach, alle 10 Jahre bekommt die Region hier vermehrt Regen ab und dann erstrahlt das rote Outback in grün! Sehr interessant diesen Kontrast zu sehen!!!

Den Abend verbrachten wir mit letzten Vorbereitungen für unsere 3 tägige Tour zum Uluru (auch genannt: Ayers Rock oder der rote Stein in der Mitte von Australien;) ) Wir wurden morgens um 5.30 Uhr abgeholt (ganz ehrlich: Seitdem wir reisen, stehen wir im Durchschnitt früher auf als wir noch gearbeitet haben und liegen auch meist vor 10 Uhr erschöpft im Bett). Auch wenn es auf der Karte immer so nah aussieht, aber der Ayers Rock ist nochmal mehr als 500km von Alice Springs entfernt. Wir düsten also los, der Bus war mit 22 Leuten voll und unser Tourguide ein richtiger Outback-Australier, heißt die Klamotten waren vor der Tour schon dreckig und nach den 3 Tagen war die Farbe kaum mehr zu erkennen, da sie nicht gewechselt wurden. Wir düsten los, legten eine Pause am Mt. Ebenizer (für die Insider 🙂 ) ein und fuhren weiter bis zum Kings Canyon. Dieser Canyon aus rotem Sandstein ist sehr beeindruckend, leider war jedoch der geplante Wanderweg auf den Canyon gesperrt (sobald die Temperaturen über 36 Grad steigen werden die Routen gesperrt, da es zu viele Zwischenfälle gab). Daher konnten wir leider nur ein Stück in den Canyon hinein laufen, aber nicht den tollen Ausblick von oben genießen. Dafür fuhren wir dann noch zu den Kathleen Springs und machten hier einen Spaziergang zu einer Wasserstelle.

Danach machten wir uns auf den Weg zu unserem Übernachtungsplatz, einer Stelle irgendwo im nirgendwo im Outback auf privatem Land, wo wir unser Nachtcamp aufschlagen sollten. Wir haben hier in sogenannten „swags“ (Biwak-Schlafsack) unter freiem Himmel geschlafen! Unser Tourguide gab fröhlich Erklärungen ab, wie wir Dingos, Schlangen oder Spinnen abhalten könnten! Der ein oder andere aus der Gruppe fühlte sich gar nicht wohl bei diesen Erläuterungen und überlegte im Bus zu schlafen. Letztlich legten sich fast alle aus Angst sehr nah am Lagerfeuer nebeneinander. Was für ein Glück für Panne! Warum??? Wir hatten genug Platz uns einen ruhigen Schlafplatz etwas entfernter zu suchen und eine ruhige Nacht zu verbringen – wir hatten nun oft genug irgendwo im Nirgendwo in Westaustralien geschlafen, dass uns das nicht beeindruckte! Wir vermuten, dass der Tourguide die selbe Intention hatte wie wir: ein ruhiges Plätzchen 😉 !

Leider hatten wir mal wieder Vollmond (irgendwie haben wir immer dieses Glück, das Vollmond ist, wenn wir Sterne schauen wollen) und auch noch Wolken! Erst als wir morgens um 4.30 Uhr geweckt wurden, war der Mond gerade am untergehen und der Milky Way kam so richtig zum Vorschein. Wir haben also beim Frühstück den Sternenhimmel genossen!

Heute ging es nun die restlichen Kilometer in den Nationalpark. Bevor wir jedoch den Uluru besuchen sollten, standen noch die Olgas (auch Kata Tjuta genannt) auf dem Programm. Wir haben hier eine Wanderung durch das „Valley of the Winds“ gemacht und waren fasziniert von dieser Steinformation! Aber seht einfach mal die Fotos an…

Am Nachmittag ging es dann zum Uluru selbst. Zunächst haben wir ein wenig Zeit im Visitorcenter verbracht und ein paar Einblicke in die Aboriginalkultur bekommen. Der Uluru wurde 1985 den Aboriginals offiziell von der australischen Regierung zurückgegeben unter der Bedingung, dass man das Land für 99 Jahre an den Staat bzw. unter Nationalparkverwaltung verpachtet, so dass Touristen hierherkommen können. Dann ging es endlich direkt zum Uluru und wir machten einen Spaziergang um ein Stück des Uluru mit Erläuterungen unseres Guides. Danach mussten wir uns schon beeilen, um noch den Sonnenuntergang von der richtigen Stelle zu erwischen. Da es leider immer noch bewölkt war, fiel der Sonnenuntergang relativ unspektakulär aus für „Uluru-Verhältnisse“. Auch diese Nacht verbrachten wir unter freiem Himmel im Swag! Am nächsten Morgen ging es mal wieder um 4.30 Uhr los – aufstehen und zum Uluru fahren, so dass wir den Sonnenaufgang sehen konnten. Da die Wolken immer noch da waren, war auch der Sonnenaufgang nicht so schön, aber wir nutzten die Zeit für ein Frühstück am Uluru! Danach konnten wir dann den sogenannten Basewalk am Uluru machen, das heißt, einmal um den roten Stein herumlaufen. Der ein oder andere weiß wahrscheinlich, dass es auch einen Walk auf den Uluru hinauf gibt, der aber von den Aboriginals nicht gern gesehen ist. Der Walk ist zwar die meiste Zeit des Jahres geschlossen, aber er existiert leider immer noch.

Dann war es leider schon wieder Zeit den Rückweg anzutreten, zurück nach Alice Springs. Auf dem Weg zurück hielten wir noch einmal an Mt. Ebenizer und an einer Kamelfarm an. Ihr denkt jetzt Kamele??? Ja hier im Outback gibt es sehr viele (sieht man normalerweise nicht) wilde Kamele, die gefangen werden und dann gezüchtet. Diese werden dann für viel Geld in die Arabischen Emirate verkauft. Am späten Nachmittag waren wir dann wieder zurück in Alice Springs und haben uns dem dort bekannten „Bojangle Saloon“ ein Bier gegönnt und ca. eine Tonne Erdnüsse gegessen. Das Bojangles ist eine der ältesten Kneipen dort, noch mit Saloon Tür und Pferdesatteln als Barstühlen. Eine coole Kneipe und toller Abschluss der Uluru-Tour für uns.

Am nächsten Morgen ging es dann direkt weiter. Wir fuhren 9 Stunden mit dem Greyhound-Bus durchs Outback Richtung Süden, wo wir am Abend in Coober Pedy ankamen, einer alten Opalminen-Stadt. Was ist das Besondere an diesem Fleckchen Erde? Da die Temperaturen hier sehr hoch sein können, haben die Minenarbeiter ihre Erfahrungen genutzt und ihre Häuser einfach untertage gebaut. Wie kann man sich das vorstellen? Es werden einfach Löcher in die Erde gesprengt und Wohnungen mit mehreren Zimmern errichtet – nennt man dann „dugouts“!  Der Vorteil an dieser Bauweise liegt darin, dass man eigentlich kein Baumaterial braucht, sondern nur Dynamit und ein bisschen schweres Gerät. Zudem hat man in diesen Höhlenwohnungen immer gleichbleibende Temperaturen um die 24 Grad – also Heizung oder Klimaanlage ist auch nicht notwendig. Wenn man so richtig Glück hat, finanziert sich das Haus auch gleich beim Bau, nämlich dann wenn man im Schutt oder der Wohnungswand Opal findet. Es gibt hier tatsächlich Wohnungen, die beim Bau schon zu Gewinn führten!

Aus diesem besonderen Anlass hatten wir uns für ein „Underground-Hostel“ entschieden und die Nacht in der Erde verbracht! Es war ein eigenartiges Gefühl und zugleich sehr spannend!!! Den nächsten Tag verbrachten wir dann damit, Coober Pedy anzuschauen. Wir besuchten das örtliche Museum, um erst einmal mehr über den Ort und den Opalabbau zu lernen. Bei 38 Grad Außentemperatur bleibt auch nicht viel anderes zu tun! Wir besuchten auch eine Underground-Kirche und endeten danach an großen Haufen mit Schutt. Ein Zeichen verriet uns, dass es sich hierbei um die „Noodeling area“ handelt. Klingt super, oder? In diesem Gebiet darf man offiziell nach Opal suchen, allerdings ohne Geräte. Sobald man einen Spaten nimmt, braucht man eine Genehmigung! Wir haben uns also gefühlt wie Kleinkinder und im Dreck gewühlt in der Hoffnung etwas Opal zu finden! An dieser Stelle waren wir zunächst nicht erfolgreich, aber später sollte es dann doch noch klappen ein wenig Opal zu finden. Nein, kein atemberaubender 10.000 Dollar Fund, aber ein bisschen Opalstein als Souvenier für zu Hause ;-)!

Mit etwas Opal im Gepäck ging es dann am Abend mit dem Übernachtbus von Coober Pedy Richtung Alice Springs. Diese Fahrt war auf seine Weise spannend, denn der Fahrer kündigte bereits an, dass diese Fahrt es in sich hat, da das gesamte australische Wildlife ja vor allem nachts aktiv ist! In der  Nacht kam es des öfteren zu stärkeren Bremsmanövern, das ein oder andere Mal rumste es auch und wir gehen fest davon aus, dass trotz aller Vorsicht unseres Fahrers das ein oder andere Känguru am Bullenfänger hängen blieb. Als wir mitten in der Nacht ungeplant anhielten, stellten wir fest, dass der Fahrer versuchte das Licht wieder in Ordnung zu bringen, da es nicht mehr richtig funktionierte! Das Ganze war nur von Teilerfolgen gekrönt und irgendwann gab es die Ansage, dass er noch nicht wisse, ob er so weiterfahren kann oder wir auf einen Ersatzbus warten müssen. Zum Glück ging es irgendwie weiter, denn wir hatten ehrlich gesagt keine Lust im Outback auf einen Ersatzbus zu warten, der erst einmal geschätzte 600km von Adelaide kommen muss! Aber Ende gut alles gut, wir kamen mit gemäßigter Verspätung gegen 9 Uhr morgens in South Australia!

Für mich hat sich noch einmal mehr bestätigt, dass ich das australische Outback faszinierend finde und auch Pat plant gedanklich schon einen erneuten Trip hierher…

Jetzt geht es aber erst einmal durch Südaustralien bis nach Victoria. Was uns hier erwartet? Wir hoffen doch auf mehr Abenteuer und tolle Erlebnisse!!!

Ganz liebe Grüße aus dem Zentrum,

Eure Weltenbummler!

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