Wir STRAYen durch’s Maori-Land

Kia Ora Ihr Lieben :-),

es ist Donnerstagmittag und ich sitze hier mit Pat zusammen auf der Terrasse der Haka- Lodge in Taupo, wir schlürfen gemütlich ein Käffchen, schauen auf den Lake Taupo und in unsere Laptops, berichten Euch von unseren Erlebnissen, während Anne ganz freiwillig die Shoppingtour durch die Stadt übernommen hat. So haben wir zwei Stunden, um Euch über eine Woche New Zealand zu schreiben. Voll krass, wie schnell nun schon wieder diese paar Tage vorbei gezogen sind und auch voll krass, was wir schon alles gemacht und erlebt haben. Aber meinen Jetlag habe ich trotzdem noch nicht ganz überwunden, gegen 22 Uhr schlafe ich einfach bei allen möglichen Gelegenheiten ein und sorge so für den einen oder anderen Lachanfall bei panne :-). Pat hat hunderte von Öpennfotos und -videos gesammelt. Naja- schön, wenn ich für etwas Schpass sorgen konnte. Inzwischen schaffe ich sogar schon 23 Uhr oder 23.30 Uhr. Aber zu meiner Ehrenrettung sei noch angemerkt, dass wir meistens gegen 6 Uhr aufstehen müssen, da der Bus sehr früh abfährt.

Der erste gemeinsame Abend ging ratzbatz vorbei, wir hatten uns ja echt viel zu erzählen und: Ihr glaubt gar nicht, wie sich zwei Weltenbummler nach sieben Monaten über deutsche Süßigkeiten freuen können. Stellt Euch einfach leuchtende Kinderaugen zur Bescherung am Weihnachtsabend vor. Da macht es echt riesig Spaß, etwas mitzubringen 😉 !

Mit STRAY über die Nordinsel
Auch auf dieser Reise habe ich meine sonst üblichen Gewohnheiten und Ansprüche nach unten geschraubt und mich auf Backpacker- Leben eingelassen. Ich sag Euch: das braucht etwas Zeit, um sich daran zu gewöhnen, aber nach den ersten beiden Tagen Genörgel gefällt es mir inzwischen super und ich bin im Backpackerleben angekommen. Wir reisen mit „STRAY“, einem der beiden großen Hop-on-Hop-off-Busreisenanbieter für Backpacker hier in Neuseeland. Im Prinzip fährt jeden Tag ein Bus in Auckland los und tourt dann kreuz und quer über die Insel, man kann täglich an mehreren Orten zusteigen oder aussteigen, kann Aktivitäten unterwegs buchen und mitmachen, und beliebig mit den nächsten Bussen weiter düsen. So die Theorie. Im Moment ist ja Hochsommer hier und so sind diese Busse tatsächlich bis auf den allerletzten Platz voll. Dank der guten panne- Planung hatten wir alle Abschnitte und Übernachtungen schon weit im Voraus gebucht (Danke Anne!) und durften so bisher auch immer im Bus bleiben, während der eine oder andere Backpacker unterwegs wegen Überfüllung auch einfach mal zum weiter trampen raus geworfen wurde. Unser erster Fahrer hieß „Leftie“. Ein „Meet & Greet“ sollte uns die ersten Stunden im Bus „versüßen“, alle 50 Backpacker sollten sich kurz vorstellen und eine peinliche Geschichte von sich erzählen. Anne war gleich als Zweite an der Reihe, hat das auch super gemacht. Pat hatte an der Stelle wahrscheinlich schon kurz bereut, dass ich dabei war, denn er musste sich ja eine Geschichte für mich mit ausdenken. Okay, vermutlich hätte ich auch deutsch quatschen können, denn ca. die Hälfte der Mitreisenden kam aus Germany. Ansonsten eine bunte Mischung- von Holländern, Belgiern, Amerikaner, Schweden, Finnen, Chinesen. Aber am Ende hat Pat umsonst den Text ausgearbeitet, denn wir saßen am Schluss der Runde im Bus und kamen so bis zum ersten Ziel nicht mehr an die Reihe. Schade lach!

Zwei Tage Hahei
Am Donnerstagnachmittag haben wir nun also das erste Etappenziel erreicht- Hahei- ein Badeort im Nordwesten der Nordinsel. Leftie steuerte den orangenen Stray- Bus nachmittags zielsicher in unser Camp, ein Ferienresort direkt am Strand und Meer. Darin überraschte uns ein neugebautes Stray- Areal, exklusiv für die Backpacker aus den Bussen. War echt super und gemütlich dort. Nur: die Unterkünfte bestanden aus 10- Personen- Hüttchen und die wenigen Alternativen waren dank der Hochsaison ausgebucht. Mmmmhhh, nun war es spannend für mich, denn meine einzige Bedingung für die Backpacker- Busreise war: ein privates Zimmer (wobei privat schon zusammen für uns drei bedeutet). Ich kann Euch sagen, dass die beiden mehr aufgeregt waren als ich, sie hatten vorher schon über alle Kontaktwege versucht, eine andere Lösung zu bekommen. Es hieß aber immer nur: Bettenverteilung vor Ort. Gedanklich hatte ich mich schon auf zwei Nächte am Strand eingerichtet :-). Panne hat echt alles gegeben, um mir diese beiden Tage nicht zu verderben und das unmögliche heraus geholt: während Anne und Pat im Zehnerhüttchen ihr Bett bezogen, durfte ich das panne- Zelt im Camp aufschlagen. Hinter den Hüttchen, direkt an einem Fluß. Topspot! Ich hab super geschlafen. DANKE 😉 !!
Tja, es wird Euch nicht weiter erstaunen, dass wir die beiden Tage dort mit Gammeln am Strand verbracht haben, mal kurz im Meer planschten und entlang des Strandes bis zur berühmten „Cathedral Cove“ gewalkt sind. Ein malerischer Strand, der als Drehort für die „Chroniken von Narnia“ bekannt ist. Also holt mal die Filmboxen aus Euren DVD- Regalen und vergleicht unsere Fotos mit dem Film. Außerdem haben wir den „Hot Water Beach“ besucht, eine malerische Bucht in der Nähe, an deren Strand bei Ebbe heiße Quellen nach oben blubbern. Mit Schaufeln bewaffnet kann man sich dort eine kleine Badewanne ergraben und ein heißes Bad am Beach nehmen. Was für eine irreale Szenerie! Dazwischen gab es sogar einen Abschnitt, auf dem man nicht stehen konnte- der Sand war heiß wie eine Herdplatte. Krassi! Beim Thema Herdplatte fällt mir ein: ein leckeres Essen durften wir auch noch genießen: Leftie zauberte für uns alle ein Barbecue- mit Würstchen und Steaks, Salaten und Kartoffeln.

Raglan
Nach einer kleinen „Ausschlafpause“ (bis 8 Uhr), startete Tag Drei wieder um 6- mit packen, frühstücken und Zelt abbauen. Halb 8 zog die STRAY- Karawane weiter in Richtung Westküste- zum weltbekannten Surferspot Raglan. Dort hatten wir ein kleines familiengeführtes Bed & Breakfast gebucht- mal ohne Backpacker im Schlepptau. Der Nachmittag in Raglan bestand eigentlich nur aus Strandspaziergängen und Essen. Erst Fish & Chips, dann Eis, dann ein asiatisches Dinner. Am Abend haben wir die Ruhe genossen und Karten geklopft. Und nun die Überraschung: ich bin dabei eingepennt. Und wurde gefilmt. Anne hatte solch einen Lachkrampf, dass das Video komplett verwackelt ist. Ich würde es ja gern hier einstellen, aber es ist zu lang und der Speicherplatz reicht nicht aus grins.

Waitomo Caves und Hobbiton
Wir haben im B&B alle wie Steine durchgepennt und fanden uns gegen 8 Uhr bei Leftie im Bus wieder. Heute lag ein großes Programm vor uns: die Waitomo Caves und Hobbiton. Die Waitomo Caves sind Höhlen, die ihre Weltberühmtheit durch Glühwürmchen erreichten. Ich konnte mir das nicht wirklich vorstellen, habe es aber live erlebt. Echt krass. Und eine Empfehlung für alle Neuseelandtouris! Ein cooler Guide führte uns zunächst zu Fuß in eine Höhle, dort bekamen wir einen kleinen Vorgeschmack. Diese erste Höhle hatte noch ein ganz klein bisschen Tageslicht, welches Insekten in die Höhle lockt, die dann wiederum den Glühwürmchen als Nahrung dienen. So hingen dort schon tausende glühender Würmchen an den Decken und Wänden der Höhle. Nach diesen ersten Eindrücken bekamen wir Kaffee, Tee und Kekse serviert, dann ging es zu Fuß in Höhle Nummer zwei. Diesmal mit Helm, der mit einer Lampe ausgestattet war und uns somit selbst zu Glühwürmchen machte. Oder sagen wir eher Glühwürmer. Oder Glühschlangen. What ever :-). Nach nur wenigen Schritten in die Höhle hinein, schalteten wir unsere Lampen aus und standen nun in kompletter Dunkelheit. Doch die Dunkelheit wurde aufgehellt durch über 30.000 Glühwürmchen an den Höhlendecken. WOW! Aber wie ernährten sich hier die Würmchen- gab es doch kein Tageslicht? Das Geheimnis ist ein Fluß, der sich durch die Höhle räkelt und so genug Insekten mitbringt, auf die die Würmchen mit knurrenden Mägen lauern. Wir wurden dann später mit einem Boot in Dunkelheit über den Fluß geschippert und konnten in absoluter Stille das Zauberspiel der 30.000 Würmchen bewundern. Echt cool!

Der Bus war zwischendurch immer wieder unser „Büro“, denn hier gab es WiFi und Kaffee aus unseren morgendlich gefüllten Thermobechern. Also Kaffee rinn gehauen, Mails gecheckt, zwei-drei WhatsApp um die halbe Welt gejagt, Leftie’s Entertainmentprogramm gelauscht und zack- standen wir mitten in Hobbiton, dem Drehort der „Herr der Ringe“ und „Hobbit“- Filme. PannÖ, wie wir uns inzwischen nennen, stapft also verzaubert wie kleine Hobbits durch ihre Welt, trinkt ein Bierchen im Green Dragon Inn und knipst gefühlt Millionen von Fotos. Only für Euch hier eine little Auswahl:

Rotorua
Nach diesem voll gepackten Tag checkten wir müde und voller neuer Eindrücke abends im YHA Rotorua ein, einem der wohl besseren Hostels hier in Neuseeland, denn alles war sauber und einladend. Wir hatten zwei Doppelzimmer für uns, zwar immer noch wie üblich mit Etagenduschen und -toiletten, aber immerhin luxuriös viel Platz.
Der nächste Tag war ungeplant, hieß also auspennen bis um 9 !!!, ausgiebig frühstücken, noch ein bisschen gammeln und gegen Mittag in den Kuirau Park schlawenzeln. Das ist wieder eine echt krasse Geschichte. Ein geothermaler Park mitten in der Stadt. Heiße (und stinkende) Quellen gehören hier also zu einem Stadtpark und sind völlig normal. Irgendwie bekommt man dabei Lust auf ein heißes Bad. Aber irgendwelche Spielverderber haben Schilder aufgestellt und warnen vor Wasser- und Bodentemperaturen von mehr als 100 Grad. Mmmhhh, naja, ob sie recht haben wollten wir doch lieber nicht austesten und entschieden uns für den „Polynesien Spa“. Auch hier gibt es Thermalquellen, die aber mit rund 40 Grad die Gefahr etwas minimierten, dass wir mit abgezogener Haut aus dem Wasser steigen würden. Es gab hier mehrere Becken, in denen man mit Blick auf einen großen See, etwas relaxen konnte. Und ich hatte meine zwei Weltenbummlerschätzchen tatsächlich überzeugt, ein privates Deluxe-Bad zu buchen. Das war geil- ein abgetrennter Bereich mit einer eigenen steingemauerten Thermalbadewanne, umgeben von Grün und mit einem privaten Blick auf den See. Nach so viel Luxus holte uns aber der folgende Einkauf in die Backpackerrealität zurück und wir kauften in gewohnt sparsamer Pannemanier unser Abendessen ein. Ja, ich weiß: Anne und Pat würden jetzt sagen in PannÖmanier, denn nur weil ich da bin, gab es auch Bier oder Wein für abends. Sonst ist das wohl nicht drin ;-). Anne zauberte uns ein leckeres Asiamenü, für das wir in der Küche des Hostels sogar ein „Daumen hoch“ von zwei chinesischen Mädels kassierten, die bei Reiswaffeln und Tee saßen :-).

Wai-o-Tapu und Lake Aniwhenua
6 Uhr morgens klingelte der Wecker, 6.05 Uhr war duschen getimt, dann packen und 6.50 Uhr Frühstück machen und Frühstück futtern. Aufwaschen, unsere 9 !!! Gepäckstücke zum Bus bringen und einladen und um 8 wurden wir von einem privat gebuchten Shuttle abgeholt. Dieser brachte uns zu „Wai-o-Tapu“, einem Thermalwunderland außerhalb der Stadt. Warum diese Thermalquellen auch als Wunderland bezeichnet werden, zeigen am besten die Bilder:

Über 4 Stunden ließen wir uns hier von dem Farbenspiel der Natur verzaubern und wurden um 13.15 Uhr dort von STRAY abgeholt. Unser erster Bus war längst weiter gezogen und wir bestiegen nun den Bus von Natalie, unserer neuen STRAY- Reiseleiterin. Mit ihr und vielen neuen Gesichtern im Bus zogen wir weiter in das ursprüngliche Maori- Land zum Lake Aniwhenua. Ein malerischer See und eine rustikale, landestypische Lodge für STRAY- Gäste mit kleinen Bungalows. Hier musste Anne noch einmal wie ein Stier kämpfen, um uns Dreien einen privaten Bungalow zu erstreiten. Hat geklappt, Danke sehr 😉 ! Abends wurde uns dort ein Maori- Essen in einem „Hangi“ zubereitet, einem traditionellen Erdofen, in dem Essen langsam auf heißen Steinen und unter einer Haube aus Decken und Sand vor sich hin gart. Hauchzartes Lamm, Schwein und Hühnchen landete so in unseren Körbchen, zusammen mit von den Lodgebesitzern selbst angebauten Kartoffeln, Kürbis und Salat. Auch selbst gefangener Aal aus dem See wurde uns gereicht, war aber nicht ansatzweise so gut wie unser geräucherter Ostseeaal. Bevor wir in der Lodge ankamen, konnten wir in einem „Marae“ etwas maorische Kultur tanken. Hier haben wir die „Stammes“ältesten mit einem Nase-an-Nase-reiben begrüßt. Naja, etwas komisch, aber so ist halt die Kultür :-).

Taupo
Nun sind wir mit Natalie’s Bus in Taupo angekommen, haben wieder eine sehr tolle Lodge mit Dreibettzimmer und eigener Terrasse bezogen und haben einen freien Tag für uns. Allerdings sind ja Anne und Pat immer für eine Überraschung gut und was sie sich getraut haben, erfahrt Ihr in Pat’s Story über dieses Superspecialreiseevent. Also, wenn Ihr diesen langen Bericht hier tatsächlich zu Ende geschafft habt, müsst Ihr unbedingt seine Geschichte weiter lesen. Kommt in Kürze. Es lohnt sich 😉 !

Mein Wortzähler überschreitet in diesem Moment die 2.000- Grenze. Mann, Mann, Mann- ist aber auch viel geschehen die letzten Tage. Bin gespannt wie es weiter geht und was sich die beiden noch so ausgedacht haben. Ihr werdet es erfahren 😉 !

Kia Ora aus New Zealand!
Euer Ö@pannö 🙂

Ein Gedanke zu „Wir STRAYen durch’s Maori-Land

  1. Endlich mal ein Lebenszeichen, ihr seid zu beneiden, tolle Landschaft, schönes Wetter, bei uns ist e nass und kalt. Weiterhin viel Spaß und viele tolle Eindrücke und Erfahrungen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.