Tag 3 – Auf dem Weg zur Bark Bay

Tag 3 – Auf dem Weg zur Bark Bay

Die zweite Nacht war etwas anstrengend. Am vergangen Abend haben wir noch neue Zeltnachbarn bekommen. 2 Familien mit insgesamt 3 Kindern (unter anderem ein Kleinkind) haben ihr Lager um uns herum aufgeschlagen. Gedanklich hatten wir uns schon auf eine unruhige Nacht eingestellt und damit sollten wir auch recht behalten. Allerdings nicht wegen dem Kind, vielmehr hat einer der Väter den ganzen Campground zusammen gesägt und gegen ein richtiges Schnarchen kommen auch zwei dünne Zeltwänden nicht an. Zu unserer Überraschung standen am nächsten Morgen noch alle Bäume. 😉
Aber auch die unruhige Nacht hat uns nicht daran gehindert verspätet zu starten. Ganze 30min später als geplant haben wir endlich die Rucksäcke aufgesetzt und uns auf den Weg zur Bark Bay gemacht. Da wir noch den „Sidewalk“ zum „Cleopatra’s Pool“ machen wollten, haben wir uns von einen guten Zeltplatz am Campground gedanklich verabschiedet.
>>Es zählt der Weg und nicht der Platz den wir durch schnelles Wandern am Campground ergattern können.<< Das war unsere Prämisse! Überraschenderweise mussten wir uns öfters daran erinnern, nicht wegen eines guten Platzes „durchzurennen“. Cleopatra’s Pool ist uns von dem Visitor Center ans Herz gelegt wurden, somit wollten wir ihn nicht auslassen und waren sehr gespannt was es zusehen gibt. Den Hauptwanderweg haben wir nach „links“ verlassen. 🙂 Nach Links heißt auf dem Abel Tasman immer in den neuseeländischen Wald. Was sofort in das Auge sticht ist das kristallklare Flusswasser, einfach Wahnsinn – ohne Probleme sind Steine und Boden erkennbar. Es ist sehr faszinierend den Boden des Flusses während des ganzen Walks zu beobachten Je näher wir Cleopatra’s Pool kamen desto größer wurden die Felsen im Fluss und während sie zu Beginn noch unter der Wasseroberfläche lagen, ragten sie inzwischen über einen Meter aus dem Wasser. Nicht weit von den scheinbar größten Felsen standen wir dann auch schon vor einem Haufen Rucksäcken (Backpacks). Ein eindeutiges Zeichen dafür, dass wir ganz nah sein mussten und zugleich auch ein willkommener Grund, die schweren Backpacks endlich abzusetzen! 🙂

Cleopatra’s Pool ist sehr interessant. Vor allem die riesigen Felsen durch die sich der Fluss hindurch schlängelt. Es ist wieder ein bezeichnendes Beispiel dafür das Wasser ein sehr kreativer und wirkungsvoller Architekt unserer Erde ist! Allerdings konnten wir nicht lange bleiben, denn neben den Wanderern finden es hier auch Sandfliegen ganz toll. >>Haben wir die in einem Beitrag schon mal erwähnt? Ich weiß es gerade nicht<<. Aber ich kann Euch sagen, diese Sandfliegen sind schlimmer als Mücken. Hat die Sandfliege zugeschlagen, könnte man meinen es hat einen etwas gebissen (ganz kleiner Biss natürlich) und wenn sie erfolgreich zulangen konnte, dann beginnt die „Bissstelle“ auch direkt an zu bluten. Also ein richtig unangenehmer Zeitgenosse. Daher hieß es für uns, keine Zeit verlieren und schnell wieder weg. 🙂

Auf dem Rückweg konnten wir immer noch nicht unsere Augen von dem Fluss lassen. Es ist einfach so wundervoll, so klares Wasser zusehen.

Nach einer Stunde waren wir wieder zurück am Hauptweg. Nun aber schnell zum Campground…>>Halt! Das wollten wir doch nicht machen. :)<< Also…geht es entspannt den Weg entlang. Dieser Abschnitt gefällt mir bisher am besten. Der Felswanderweg führt oft direkt am Wasser entlang und wir haben einen wundervollen Blick auf die Umgebung und das Meer. Das Wetter spielt übrigens super mit. Sonnenschein und angenehme Temperaturen machen das Laufen zu einem echten Vergnügen. Siebeneinhalb Stunden später sind wir am Campground „Bark Bay“ angekommen und begeistert. Ein echter Hingucker! Bark Bay ist eine Gezeiten-Bucht und der Campground liegt auf einer Sanddüne in der Hälfte der Bucht (wie eine nach unten gerichtete Sichel die man der rechten Seite (03:00 Uhr) in den Mond schiebt). Ich bin begeistert und eine ganze Menge Platz gab es dort auch noch für uns. Die Schulter jubelte als der Rucksack endlich für den Rest des Tages unten blieb. >>Nun noch zügig das Zelt aufbauen<<und plötzlich merke ich: …>>Biss in die rechte Seite…Autsch!!!<<…und eine Hummel fliegt davon!! Noch während ich der Hummel so hinterher schaue taucht in mir die Frage auf: >>können Hummeln stechen?<< Ja, ganz offensichtlich schon – denn das hatte sie gerade getan!! Natürlich habe ich Anne sofort über mein dramatisches Erlebnis informiert und sie schaute mich an und ich konnte die Frage schon auf der Stirn lesen: >>können Hummeln überhaupt stechen“?<<..meine Antwort kennt ihr: JA! 😀
Anne hat sofort geschaltet und gesagt >>Du musst jetzt ins Meer, das ist die beste Kühlung die Du jetzt bekommen kannst!<< Da hat sie wohl recht – nur wollte ich da jetzt nicht rein, zu kalt, aber was nützt es mir. Also habe ich meinen Teil beim Zeltaufbau abgebrochen (genau genommen hatte nicht mal angefangen) und bin in Richtung (Eis-)Meer getrottet. Es war mal wieder gehörig kalt und als ich es nach Minuten endlich bis zur Brusthöhe geschafft hatte, war dann auch endlich der Stich unter Wasser. 😉 Am Ende habe ich doch mehr Zeit im Wasser verbracht als ich dachte, als ich raus kam hatte Anne schon längst das Zelt aufgebaut, unser Equipment verstaut und ich vermute, wenn es die entsprechende Tageszeit gewesen wäre, dann auch noch das Abendessen fertig gehabt. 🙂 Jetzt wollte Anne verdienter Weise nun auch eine Abkühlung. …und jetzt liebe Panne-Leser brauche ich euer ganzes Mitgefühl… …auch eine Abkühlung….Aber, nicht alleine!! >>Oh mein Gott – ich soll da noch mal rein? Zwei Mal hintereinander am gleichen Tag?“<< Nun, ich war ohnehin noch blau und dem Stich würde es auch gut tun lach. Nachdem Erfrischungsbad hat die Sonne nur so darauf gewartet uns mit ihrem strahlenden Lächeln zu erwärmen. Doch nach einigen Minuten wurde es langsam unangenehm. Der Wind wurde stärker, manchmal so stark, dass er den Sand aufwirbelte. Weitere Minuten später wurde der Wind teilweise Böig und der Sand fühlte sich dann schon wie Schmirgelpapier an. Zeit den Strand zu verlassen (sofern das auf einer Düne möglich ist) und in das Zelt zugehen. Aus dem Wind wurde eine 2 stündige Sturmwarnung mit Geschwindigkeiten wie wir sie bereits von Wellington kennen. Zum Glück war es kein konstanter Wind, immer wieder kräftige Böen, die eine Palme abgebrochen und uns literweise Sand ins Zelt gepustet haben. Aber alle haben die 2h unbeschadet überstanden. 🙂

Den Abend hatten wir trotzdem im Zelt verbringen müssen, da der Wind immer noch stetig blies. Aber das war okay und auch längst noch nicht alles was uns Bark Bay für uns parat hatte. Am Nachmittag hatte bereits die Flut eingesetzt und bis zum Abend unsere Bucht ringsherum mit Wasser gefüllt. In dem ganzen kleinen Chaos gibt es auch wieder immer wieder etwas wundervolles! Diese Gezeiten – ich liebe sie!:)

Allerdings sollte für diesen Tag noch nicht mit Erlebnissen gewesen sein. Diese Nacht bleibt mir bis in alle Zeit unvergessen. Nachdem ich den Reisverschluss des Zeltes geöffnet hatte und leise raus schreiten wollte, fiel mein Blick zufällig in den Nachthimmel und es hat mich schier überwältigt!! Der Sternenhimmel war so klar, so hell, so detailliert und magisch, dass mir es schwer fällt das erlebte in Worte zu fassen! Es war bisher der tollste Sternenhimmel den ich in meinem Leben sehen durfte!! Mit diesem Wissen bin ich zufrieden und mit einem Lächeln in meinem Schlafsack eingeschlafen!

P.S. der doppelte Kälteschock hat Wunder bewirkt. Den Stich habe ich, selbst Tage danach, kaum noch bemerkt. Seid gespannt was ich Euch von Tag 4 zu erzählen habe!;)

Liebe Grüße Eure Weltenbummler!

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