Milford Track – eine der schönsten Wanderrouten der Welt!

Hey ihr Lieben,

nach der Abel Tasman Wanderung ging es für uns über Queenstown (bekannter Ort für Bungee Jumping) weiter nach Te Anau. Te Anau ist der Ausgangspunkt für Wanderfans, denn von hier aus kommt man zu sehr vielen Wandertouren rund um die Fjorde. Wir hatten bereits sehr lange im Voraus den Milford Track gebucht, eine 4 tägige Wanderung durch den Milfordsound, angeblich eine der schönsten Mehrtagestouren auf der Welt – diese 53,5 km wollte Panne unbedingt sehen!

Da wir vor der Wanderung noch etwas Zeit hatten, haben wir zunächst eine Bootstour durch den Milfordsound gemacht. Die Bootstour war schon sehr beeindruckend, man fährt knappe 2 Stunden durch die Fjorde und kann tolle Wasserfälle, Robben und atemberaubende Natur beobachten. Da wir auch tolles Wetter hatten, konnten wir die Bootstour genießen und bekamen erste Eindrücke was uns auf der Wanderung erwartet.

Gut vorbereitet ging es dann am 9. Februar mit proviantgefüllten Rucksäcken gemütlich gegen 10.00 Uhr los. Zunächst fuhren wir mit dem Bus wieder Richtung Milford. Dann ging es weiter per Boot zum Ausgangspunkt der Wanderung, der Glade Wharf. Für den ersten Tag standen gerade einmal gemütliche 5km zur Clinton Hut auf dem Programm. Nach ca. 1,5 Stunden waren wir entspannt an der ersten Hütte angekommen, nachdem wir eine tolle Hängebrücke und ein Stück Regenwald gesehen hatten. Pro Tag dürfen hier 40 unabhängige Wanderer die Tour starten, mehr Kapazitäten gibt es nicht, da man nur in den Hütten auf dem Weg übernachten darf. In der ersten Hütte angekommen, gab es zwei große Räume a 20 Personen. Das bedeutete also eine Nacht im 20 Bett-Zimmer mit anderen durchgeschwitzten Wanderern – ich glaub mehr muss ich dazu gar nicht schreiben, oder? Nachtruhe? Naja, irgendeiner schnarcht immer, irgendeiner muss auch immer schon gegen 4.30 Uhr aufstehen und seine Sachen packen mit Taschenlampe, etc.!

Nach einem stärkenden Frühstück liefen wir so ziemlich als letztes los am 2 Tag. Die heutige Etappe umfasste 16,5km durch Mooswälder und Feuchtgebiete bis zur Mintaro Hut. Wir liefen durch tolle bemooste Wälder, vorbei an Wasserfällen und genossen einfach die Natur. Unser Highlight des Tages erwartete uns erst nach Einbruch der Dunkelheit. Wir machten nämlich eine kleine Nachtwanderung zu ein paar kleinen Felsen, bei denen man angeblich die neuseeländische Variante der Glühwürmchen sehen kann. Und tatsächlich wurden wir fündig! Wir bestaunten tausende leuchtende Punkte (ähnlich wie in Waitomo) am Felsen – irgendwie wirkt es, als hätte jemand tausender kleiner Mini-LEDs an den Fels angebracht, die mit einem bläulichen Licht schimmern. Wahnsinn!

Am dritten Tag stand dann der anstrengendste Teil der Wanderung an. Es sollte in den für heute vorgesehenen 16km über den Mackinnon Pass (1073m) gehen. Das bedeutet vor allem eines: heute geht es nur bergauf! Das schöne Wetter der letzten beiden Tage hatte sich leider verabschiedet und große Wolken, wiederkehrende Regenfälle und Kälte zogen ein. Naja, wenigstens friert man bei fast 1000 Höhenmetern Aufstieg nicht so schnell 😉 ! Wir liefen wie so meist auch heute fast als letztes los (macht ja nix, bisher sind wir trotzdem meist als erstes mit da 😉 ). Es ging einen tollen steinigen Weg hinauf und der Blick über die Fjordlandschaft war fantastisch. Als wir endlich oben ankamen, wurde das Wetter leider immer schlechter, vor allem der kalte Wind mit Regen war sehr unangenehm. Egal, wir waren vorbereitet: Mütze auf, Handschuhe an und nicht über die nassen Schuhe nachdenken. Auf dem Pass befand sich ein Schild, dass erklärte, dass es an dieser Stelle mal eine Hütte gab, die jedoch mehrfach dem Wetter zum Opfer gefallen ist. Es kommt hier zu so starken Windböen, dass es sehr gefährlich werden kann, deshalb konnte man diese Wanderung bis vor einigen Jahren auch nur mit Guide machen. Wir standen also da oben, dem Wetter ausgeliefert mit Blick auf die Wolken und dachten uns nicht zum ersten Mal, dass wir ein Händchen für derartiges Wetter auf Bergspitzen haben (siehe Salkantay Trek in Peru oder auch die Bergspitze auf Huahine in der Südsee). Aber diesmal sollten wir trotzdem belohnt werden! Ab und zu zog ein Wind durch, der die Wolken für einige Sekunden davon blies und den Blick ins Tal und die Fjordlandschaft ermöglichte. Dieser kurze Moment von Sonne und freier Sicht führte auch zu einem weiteren Phänomen, nämlich tollen Regenbögen – aber seht selbst! Nach einer kurzen Pause ging es dann schon Richtung Abstieg. Der erste Abschnitt führte durch eine Art subalpinen Garten und war wunderschön (einer meiner Lieblingsabschnitte). Es gab Blumen, die in der Blüte standen, tolle Pflanzen und ab und zu auch einen tollen Ausblick. Durch den ganzen Regen war es zum Teil sehr anspruchsvoll zu Laufen, in einem unaufmerksamen Moment zog es mich dann plötzlich zu Boden. Auf ein paar sehr spitzen Steinkanten hatte ich nicht aufgepasst und zack lag ich da wie ein Käfer auf dem Rücken. Sah sicher lustig aus, aber ganz ehrlich: ich hatte Glück, dass der große Rucksack das meiste abgefangen hatte, so dass ich nur einen Pferdekuss auf der rechten Po-Hälfte davon trug (und das war bereits ausreichend!). Pat der irgendwo ein Stück hinter mir gelaufen war und Fotos gemacht hatte, realisierte erst bei meinem kläglichen Aufstehversuch (der Rucksack war wie Blei), was eigentlich passiert war. Naja, nach kurzem Lachen und darauf folgendem Schimpfen meinerseits rappelten wir uns auf und weiter gings 😉 ! Aber auch der Pat blieb nicht ohne Blessuren auf der Wanderung. Seit dem Aufstieg klagte er über stärker werdende Schmerzen im Knie. Der zum Teil steile Abstieg machte das nun nicht besser. Tapfer schlugen wir uns mit unseren Wehwehchen bis zur Dumpling Hut! Die letzte Nacht im Riesendorm mit Doppelstockbetten stand an – aber die sollten wir auch irgendwie überstehen!

Am letzten Tag ging es dann für 18 km noch einmal ein ordentliches Stück vorbei an den bemoosten Bäumen bis zum Endpunkt der Wanderung, dem Sandfly Point. Wir starteten recht früh, da wir die Hoffnung hatten, vielleicht eine Stunde eher als geplant das Boot zu erreichen, was uns aus dem Sound herausbringt. Nach wenigen Kilometern war jedoch das Knieproblem beim Pat wieder aufgetreten und verschlechterte sich zusehends. Wir bandagierten das Ganze und machten langsam, aber auch das half nicht. Irgendwann (gegen schwere Proteste vom Pat) haben wir den Inhalt seines Rucksacks so gut es ging in meinen geladen, um die Belastung auf sein Knie soweit es ging zu verringern. Es folgte die Suche nach einem Stock zur Entlastung und so versuchten wir die letzten Kilometer irgendwie zu überstehen. Da der Pat so vor mir lief mit seinem Stock durch die bemooste tolle Landschaft hatte ich ein bisschen das Gefühl in Herr der Ringe unterwegs zu sein 😉 ! Da es an diesem Tag auch noch regnete, waren bereits einige Wasserfälle sehr angeschwollen und auch die daraus resultierenden Flüsse im Tal. Wir mussten also einige Bäche durchqueren und waren klatschnass! Aber all das hat uns nicht davon abgehalten die tolle Landschaft zu genießen und das Ziel zu erreichen! Wir kamen erschöpft aber glücklich am Sandfly Point an. Einige Sandfliegenbisse später setzten wir mit dem Boot über und kamen am Milfordsound an!

Wir hatten eine tolle Tour durch eine wunderschöne Fjordlandschaft! Diese Wanderung war sicherlich eine der ungewöhnlichsten, da sie mitten durch ein Fjord verläuft und bei wechselnden Wetterbedingungen auch sehr anspruchsvoll sein kann! Wir hatten auf jeden Fall Spaß!

Mit dem Bus ging es zurück nach Te Anau, wo wir im Hostel auch eine deutsche Backpackerin wiedertrafen. Almut kommt auch aus Deutschland und ratet mal wo her? Karlsruhe!!! In der Ferne trifft man immer wieder auf Menschen, die irgendwie mal um die Ecke gelebt haben 😉 ! Wir hatten bereits vor der Wanderung verabredet, dass wenn alles klappt wir uns hier wiedertreffen und am nächsten Morgen zusammen frühstücken wollten. Das Besondere daran? Almut backte frische Vollkornbrötchen! Es war einfach nur ein Traum! Frische richtige Brötchen und dazu Rührei mit frischem Schnittlauch aus der Kräuterecke im Hostelgarten! Nach all den Monaten auf Tour und unserer gerade zurückgelegten Wanderung mit Essensrationen, gab es nichts Besseres als dieses Frühstück! DANKE Almut!!!

Mit diesen tollen Erinnerungen starteten wir dann wieder in Richtung Süden. Unsere restliche Reise durch Neuseeland führte uns ganz in den Süden bis nach Invercargill und zum südlichsten Punkt Neuseelands. Danach ging es dann langsam zurück Richtung Wellington. Nach einem erneuten kurzen Stopp in Queenstown ging es zum Mt. Cook. Hier hatten wir Glück, denn der Berg zeigte sich in seiner vollen Pracht (wir wollten ihn ja auch nicht besteigen 😉 ).

Nach einer Buspanne (Motor sprang nicht mehr an und wir saßen 3h fest) ging es dann mit ordentlich Verspätung nach Christchurch. Von hier aus legten wir dann einen Marathon über Wellington zurück nach Auckland hin! Aufgrund der kalten Temperaturen hatte ich mir einen fetten Infekt eingefangen und verbrachte die letzten 2 Tage in Auckland im Bett, während Pat immer noch mit seinem Knie und der Voltaren-Kur beschäftigt war! Wir hatten eine tolle Zeit in Neuseeland, vor allem die Wanderungen haben uns begeistert. Allerdings ist uns beiden aufgefallen, dass Neuseeland unter dem ganzen Tourismus irgendwie zu leiden scheint, die Kiwis wirkten oftmals angespannt und auch die hohe Anzahl an Menschen auf wenig Raum, insbesondere Wanderwegen und an Stränden war zum Teil für alle stressig!  Nun geht es für uns nach Australien weiter! Für mich ist es das dritte Mal, dass ich dieses faszinierende Land besuchen darf und ich bin schon sehr gespannt, was sich wohl geändert hat und vor allem wie der Pat Australien mag! Also seid gespannt ? …

Milford Track – Tag 3: Aufstieg zum Mackinnon Pass

Ganz liebe Kiwi-Grüße

von euren Weltenbummler!!!

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