Kurz mal zum Nordpol :-)…

Was macht man an einem regnerischen Samstag in Fairbanks? Hier gibt es eine Standardtouristenversion und eine panne- Version. Der Standardtouri würde sich bestimmt die zweitgrößte Stadt Alaska’s anschauen, vielleicht via Stadtrundfahrt, ein Museum besuchen, schön essen gehen. Klingt gut, aber es gibt ja noch die panne- Version und ich kann Euch sagen: die ist viel viel cooler 🙂 und sah dann so aus: obwohl man ausschlafen könnte: früh aufstehen, in der Badewanne abwaschen, einen Walmart besuchen, dann kurze Stippvisite am Nordpol einlegen und Santa „Hallo“ sagen, etwas Wellness tanken und zum guten Schluss mexikanisches Fast Food genießen. 

Während der Standardtouri bestimmt in einem Hotel eincheckt, schliefen wir ja im schon beschriebenen „Super 8“- Motel. Und das heißt dann auch, wer kostenfrei frühstücken will, muss früh raus- Breakfast nur von 6 bis 9. Und da wir schon einschlägige Erfahrungen mit Lebensmittelpreisen in Alaska gemacht hatten, wollte auch niemand auf das kostenfreie Frühstück verzichten. Also in guter Pannemanier -heißt kurz vor knapp- um fünf vor 9 zum Frühstück. In einem gemütlichen Kellerraum ohne Fenster gab es alles, was das Herz begehrt. Okay, alles nicht- gefehlt hat höchstens Brot, Wurst, Käse, Fisch, Honig, Nutella, Eier :-). Aber es gab immerhin eine Sorte Marmelade, Butter, Toastbrot, Cornflakes, Milch, Kaffee und Saft. Und naja- ohne ordentliche Teller, Tassen und Besteck geht’s auch mal. Dafür gab es Kunststoffeinweggeschirr und megagroße Abfalleimer. Um Punkt 9 Uhr wurde das üppige Buffet abgeräumt, aber da hatten wir ja auch schon längst die gesamte Angebotspalette durchprobiert lach. Zur Ehrenrettung des Motels muss man aber sagen, dass diese Art Frühstück in Amerika üblich ist. Anne und Pat kannten das ja schon aus den letzten Monaten, für mich war es mal wieder eine ganz neue Erfahrung. Egal, wir waren gestärkt und der Samstag konnte starten.

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Zum Thema Lebensmittelpreise: hier hatten wir ein Toastbrot gekauft und eine normale Packung Milch. Beides zusammen kostete lediglich 12 Dollar :-).

Als nächstes stand Campinggeschirrpflege auf dem Programm. Nachdem wir ja gestern abends noch Wäsche gewaschen hatten, gab es auch wieder ein trockenes und frisches Geschirrtuch. Und nach Tagen mit Kaltwasserspülung nun auch warmes Wasser. Also kurzerhand alles Geschirr in die Badewanne und das Pflegeprogramm starten. Dann müssen alle Vorräte für die nächsten Campingtage aufgefüllt werden, also ab zum Walmart. Hammergroße Teile diese Walmart’s und an jedem Tag rund um die Uhr geöffnet. Man fragt sich dort, ob es in Amerika nur Großfamilien gibt, denn einfach alles was man kaufen will, gibt es fast nur in XL oder XXL. Okay, aber auch hier kannten sich die beiden USA- erprobten schon super aus und steuerten zielgerichtet an allen Leckereien vorbei zu den günstigen Produkten :-). Nach der ersten längeren Diskussion über den Kauf von guter Salami oder Discountersalami hab ich aufgegeben und bin einfach mitgelaufen. Späßchen! Natürlich haben die beiden immer ihr Budget im Auge und außerdem ja auch Erfahrung, was wir vom Platz her maximal in die sehr begrenzten Rucksäcke bekommen und auch gut ohne Kühlung haltbar ist. Übrigens hat am Ende alles super geschmeckt, was die beiden ausgesucht haben, auch die Salami ;-). Bier und Wein gibt es in Alaska nur in extra Geschäften, also raus aus dem Walmart und rein ins Alkoholparadies. Ich muss das hier mal erwähnen, weil es einfach auch ein Erlebnis war. Denn raus aus dem Laden kommt nur, wer nachweisen kann, dass er älter als 21 ist. Und da reicht es nicht, schon tausend Falten im Gesicht zu haben oder am Krückstock zu gehen- nein- auch wir Fastrentner mussten unsere Pässe vorzeigen. Und zwar nicht nur derjenige, der den Stoff kauft und bezahlt, sondern jeder der dabei ist. Und nur wenn alle der Anwesenden alt genug sind, darf man den Laden mit Stoff wieder verlassen. Ich hatte ja schon einiges in Norwegen und Schweden über den Alkoholkauf gelernt, aber das hier war echt noch ne Steigerung :-). Gut, dann mussten wir nur noch Sprit für den Campingkocher im Baumarkt besorgen und schon waren wir fertig. Also fast- nur noch schnell zurück ins Motel und alles aus dem Kühlregal in die Kühltasche packen, Eiswürfel aus der Maschine (die steht hier in jedem Motel/ Hotel) in Müllsäcke abfüllen und dazu packen. Aber jetzt sind wir fertig.

Nach diesem Zivilisationsstress war Entspannung nötig. In der Nähe gab es heiße Quellen, also nix wie dort hin. Auf dem Weg war plötzlich eine Abfahrt zum Nordpol. Naja, wenn wir schon mal so weit oben sind, wollen wir den natürlich auch sehen. Tatsächlich heißt eine kleine Stadt hier „North Pole“ und sieht genau so aus wie jede andere Stadt auch. Außer dass Straßenlaternen hier beleuchtete Zuckerstangen sind, in den Gärten anstatt Zwergen Weihnachtsmänner stehen und die Straßen „Santa Road“ oder so heißen. Wer, wie Pat und ich, schon mal beim echten Santa in Finnland war, weiß sofort das dieser Santa, der angeblich hier wohnt, nur ne Fälschung ist :-). Viel Mühe hat man sich nicht gegeben, es war halt ein Weihnachtsshoppingcenter- mehr leider nicht.

Und weiter geht die Fahrt zu den „Chena Hot Springs“. Eine natürliche heiße Quelle, in der man baden konnte und ne heiße „Badewanne“ war genau das richtige nach den ersten kühlen Campingnächten. Es regnete weiter, also eigentlich durchgängig den ganzen Tag, und die auf uns plätschernden Regentropfen machten den Besuch in den Hot Springs zusätzlich angenehm. Auf der Rückfahrt knurrte uns allen schon der Magen und heute wollten wir mal keine Burger futtern. Trotzdem kommt man an Fast Food in Amerika kaum vorbei, also fiel unsere Wahl heute auf mexikanisches Fast Food- im „Taco Bell“. Echt sehr lecker 😉 !!

Mmmhhh :-) !!

Mmmhhh 🙂 !!

Danach ab ins Motel, die Rucksäcke für das nächste Campingabenteuer packen, kurz schlafen und Sonntagfrüh geht es ab in Richtung „Wrangell-St.-Elias-Nationalpark“. Darüber berichten wir dann beim nächsten Mal.

Liebe Grüße!

Eure Weltenbummler plus Ö !

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