Indonesien – Panne auf Bali

Huhu Ihr Lieben,

wir haben es nach Bali geschafft!

Unser Flug von Sydney nach Denpasar war hervorragend. So gut, dass ich den „Quantas Flight Attendants“ (früher unter Flugbegleiter bekannt) ein paar Zeilen widmen möchte. Das Essen war köstlich, Chicken Ticka Masala und Salat mit Hähnchen, ausgesprochen lecker! Dazu wurde noch ein Brötchen mit Knoblauchbutter serviert und noch ein zweite Flasche australischen Wein angeboten (Flugzeuggröße). Als Dessert wurden wir mit Bananenkuchen verwöhnt und dem nicht genug, gab es zur Abkühlung noch ein leckeres Eis am Stil. Aber offensichtlich war Quantas damit immer noch nicht ganz zufrieden und sie haben vor der Landung noch eine Lindt Schokoladenkugel spendiert. Wunderbar. Diese Verpflegung geht wohl in die Panne Geschichte ein (war ein Festessen für uns als Backpacker ).

In Denpasar angekommen hieß es erstmal die Zeit 3h zurückdrehen. Nach der schnellen Reise durch Australien, von rechts nach links in die Mitte und zurück nach rechts, ist unser Biorhythmus „Geschichte“. Das habe ich daran gemerkt, das ich bei Ankunft im

Hotel nach 40h ohne größere Schwierigkeiten immer noch wach war. Reiseweg von Melbourne – Sydney – Bali

Zudem gab es 45min vor dem Abflug ein Schock, der uns dann auch für die restliche Flugdauer genügend Andrenalin zum wach bleiben verleihen sollte. Als wir am Flughafen in Sydney zum „Boarding“ gehen wollten ist uns aufgefallen, dass wir gar keine Tickets und schlimmer keine Reisepässe mehr besaßen!? Was für ein Schreck!!
Es hat einen Moment gedauert bis wir uns wieder gesammelt haben. Aber – um dieses Problem zu lösen waren immer noch 45min Zeit. Kurz überlegen, wo wir sie zum letzten Mal gesehen hatten!? Security – Check: da hatten wir sie neben dem Rucksack in dem Kasten der durch das Röntgengerät fährt. Da wurden wir getrennt und durch einen Ganzkörperscan für Pat und einen Sprengstofftest für Anne abgelenkt…
Auf dem Weg haben wir überlegt, ob wir ausgerufen wurden sind? Nein – da waren wir uns sicher! An der Kontrolle angekommen haben wir gleich nervös einen „Officer“ gefragt und wir wurden zu einer Art „Information Point“ weitergeleitet. Die gleiche Frage noch einmal, die Frau hört geduldig zu und greift dann unter ihren Tisch – in ihrer Hand blitzen zwei Reisepässe mit Flugtickets hervor. Reisepässe direkt bei der australischen Security vergessen – es hätte schlimmer kommen können. Die Erleichterung war groß! Die Überprüfung war recht einfach – sind ja Passfotos drin und bis auf einen dunkleren „Tan“ sehen wir noch genauso aus lach!

In Denpasar ging alles sehr einfach. Wir haben schnell ein Taxi für unsere 6km entfernte Unterkunft gefunden und haben dafür nur 45min gebraucht! Der erste Eindruck: Der Verkehr ist unglaublich, Autos, Roller, noch mehr Roller, überall Roller und vorgeschriebene Fahrtrichtungen scheinen auch egal zu sein. Ich bin total fasziniert und zugleich froh das ich nicht fahren muss! Im Hotel (in Legian) endlich angekommen haben wir nichts weiter gemacht als endlich zu schlafen.

Am nächsten Tag stand „Hotel und Umgebung erkunden“ auf dem Programm. Erstes Anlaufziel war der Strand maximal 10 Gehminuten entfernt. Der Weg zum Strand war sehr interessant und übersät mit kleinen „Büdchen“ die Kleidung und Souvenirs verkaufen. Dazwischen findet man hin und wieder „Warungs“ und Spa’s. Ein Warung ist ein Imbiss der auch bei den „Einwohner“ sehr beliebt ist. Die Preise für die Gerichte sind sehr günstig und zudem auch sehr lecker. Die Straßen sind sehr belebt und man ist gut beraten auf dem Gehweg zu laufen.

Am Strand angekommen sind zunächst negativ überrascht. Der Strand zwischen Kuta und Seminyak ist mehr bei Surfern als bei Badegästen beliebt, aber das hier doch so viel Müll am liegt, damit haben wir nicht gerechnet! Es macht wirklich keinen Spaß am Wasser zu laufen, wenn die Wellen verbrauchte Verpackungen, Trinkröhrchen etc. um die Füße spülen.

30 Minuten später sind wir auf eine sehr interessante Stelle am Strand gestoßen. Der Weg vom Wasser bis zur Strandpromenade war mit Bambus Stäben abgesteckt. Im Sand vor der Promenade standen Menschen große Bambusgestelle. Als wir uns weiter nährten kamen uns die ersten Einheimischen in sehr festlicher Kleidung entgegen. Auf dem zweiten Blick waren es ganze Züge von Menschen, die in einer Reihe am Strand entlang „pilgerten“und mit ihren bunten Kleidern ein frohes Farbenspiel lieferten. Sie sind trugen Opfergaben, Früchte vor sich in den Händen und einige transportierten einen goldenen Schrein auf ihrem Kopf. Jeder Zug versammelte sich um einen dieser Bambusgestelle und dort wurden die Opfergaben und die aufwendig verzierten Schreine abgelegt. Kurze Zeit später standen wir mitten unter den ganzen Menschen und eins war klar, wir dürfen gerade einer sehr aufwendigen Zeremonie beiwohnen.

 

Zurück im Hotel haben wir uns dazu entschlossen noch eine Nacht zu verlängern, dies sollte uns Zeit geben, um noch anstehende organisatorische Aufgaben erledigen und auch noch eine gute Massage genießen zu können (wir haben hier ca. 5 Euro für 1h Balinesische Massage bezahlt). Im Gespräch mit der Rezeption haben wir dann verstanden was diese Zeremonie zu bedeuten hat. Wir befinden uns mitten im Nyepi Festival – das balinesische Neujahr.

Nyepi wird 6 Tage gefeiert und die Zeremonie am Strand ist das „Melasti Ritual“. Das heißt die heiligen Relikte werden aus dem Tempel an den Strand getragen und dort einem Reinigungsritual unterzogen. Am Abend vor dem heiligen Feiertag finden große Umzüge mit aufwendig gearbeiteten Figuren statt. Wir haben uns den Umzug in unserem Stadtteil angesehen und waren von den „Ogohs“ (Figuren) beeindruckt! Am Feiertag selbst herrscht dann ab 6 Uhr morgens Ausgangssperre für alle (außer der Tempelpolizei) für die nächsten 24 Stunden. Es darf bei Einbruch der Dunkelheit auch kein Licht eingeschaltet werden, es soll still und dunkel sein für 24 Stunden, so dass die bösen Geister Bali verlassen. Panne hatte also 24 Stunden Hausarrest – wir haben also nichts weiter gemacht als ein bisschen zu lesen und zu entspannen. Das Internet hat natürlich nicht funktioniert, da ja jeder in der Anlage anwesend war und nichts besseres zu tun hatte, als zu versuchen sich ins Internet einzuwählen.

Nach unseren ersten aufregenden Tagen auf Bali hatten wir uns entschieden endlich mehr anzusehen. Wir sind nach Tanah Lot gefahren, was für seinen Tempel im Meer sehr bekannt ist. Wir hatten Glück, denn es war gerade Ebbe als wir ankamen, so dass wir den Tempel von Nahem betrachten konnten und auch bis zu der heiligen Süßwasserquelle kamen, wo wir vom heiligen Wasser trinken konnten bzw. uns reinigen konnten! Die bekannten Schlangen (welche hochgiftig sind) haben wir lieber ausgelassen. Da sich unsere Unterkunft direkt in der weitläufigen Tempelanlage befand, waren wir am Abend natürlich auch noch einmal zum Sonnenuntergang am Tempel. Auf dem Weg zur Sonnenuntergangsplattform kamen wir noch an einem besonderen Kaffeestand vorbei: Kopi Luwak (Der Schleichkatzen AA Kaffee). Wir haben aber noch nicht probiert – dieses besondere Erlebnis wollen wir dann mit unserem Besuch aus Deutschland teilen! Dafür haben wir uns aber schon einmal die Schleichkatzen angesehen und einen Flughund, der hier auch seinen Platz hat.

Von Tanah Lot aus ging es dann in das Herz von Bali: Ubud. Ubud ist das kulturelle und kulinarische Zentrum und wirkt auf uns irgendwie wie ein Aussteigerort. Wir haben uns hier für einen Homestay entschieden, zum einen ist es sehr günstig, zum anderen lernt man so einmal eine richtige balinesische Familienanlage kennen. Die Anlage wurde mit einer Bungalowreihe angepasst, so dass Reisende hier unterkommen, denn die Preise für Hotels müssen sehr gestiegen sein, seitdem Ubud bei Touristen immer beliebter wird. Am ersten Tag sind wir einfach ein bisschen durch die Straßen geschlendert. Am Tag darauf hatte sich Anne eine besondere Aktivität herausgesucht, sie hat eine balinesische Kochschule besucht und einen Kochkurs gemacht. Ich war gespannt, als sie nach 6 Stunden wieder auftauchte. Sie war absolut begeistert, warf mir irgendwelche Begriffe um die Ohren und erzählte wie lecker das zubereitete Essen war! Zum Glück hatte sie von ihrem morgendlichen Marktbesuch (gehörte zum Kochkurs dazu) ein paar exotische Früchte mitgebracht, so dass ich mit frischen Lychies und Schlangenfrucht versorgt wurde. Klingt lange nicht so gut wie es tatsächlich war. Insbesondere die Schlangenfrucht war sehr lecker – hat irgendwie einen leichten Erdbeergeschmack, auch wenn es damit nichts zu tun hat. Ansonsten habe ich nun große Hoffnung auf ein tolles balinesisches Essen nach unserer Rückkehr in Deutschland, denn bis dahin werden wir wohl keine eigene Küche haben…! Der Vorteil des Kochkurses war, dass zunächst Anne und nun auch ich so viele Informationen über kulturelle Hintergründe zum einen, aber auch über lokales Essen haben, dass wir uns nun in den Warungs auch an neue Gerichte herantrauen und Sate, Satay und Black Rice Pudding bestellen und genießen! Der Kurs hat sich jetzt schon ausgezahlt und vor allem eine Wurzel (die wir nur als Pulver kennen) werden wir versuchen öfter einzusetzen, da sie auch sehr gesund sein soll: Kurkuma!

Diesen Informationsreichen Tag haben wir spontan noch mit einer der bekannten Tanzshows hier in Bali abgeschlossen. Wir haben den Kejap-Dance Show besucht, die einfach nur Klasse war. Zunächst haben wir einer Interpretation einer balinesischen Geschichte über die Entführung einer Prinzessin angesehen, die von den Darstellern in Form von Tanz präsentiert wurde. Die Kostüme waren atemberaubend! Danach folgte noch ein sogenannter Feuertanz, bei dem ein balinesischer Tänzer mit Pferdekostüm durch den Gesang der ca. 60 Männer (die bereits das Schauspielbegleitet hatten) in Trance versetzt wurde und dann durch glühende Kokosnussschalen tanzte! Das war faszinierend!!!

Ansonsten haben wir die restliche Zeit in Ubud damit verbracht, noch das ein oder andere Warung auszuprobieren. Wir haben auch einen tollen Spaziergang durch die Reisfelder gemacht und uns natürlich den bekannten Ubud Markt angesehen.

Bali ist bisher sehr spannend, zum einen sehr faszinierend die ganzen Tempel und hinduistischen Traditionen zu sehen, zum anderen aber auch etwas ernüchternd mit dem ganzen lärmenden Verkehr und den dreckigen Stränden um Kuta.

Nach diesen ersten Eindrücken aus Bali geht es für uns nun morgen an den Flughafen zurück, aber nicht um wegzufliegen, sondern unser Besuch aus Deutschland steht bevor und freuen uns bereits riesig!!! Diesmal kommen ja neben dem „Ö“ auch Kevin und Jule zu Besuch! Das Besondere: Kevin und Jule fliegen zum ersten Mal und wir werden hier einen runden Geburtstag feiern. Aber dazu wird unsere Panne-Reisevertretung „Ö“ sicher bald mehr berichten ! Wir freuen uns jetzt erst einmal und sagen:

WELCOME to BALI Jule, Kevin & Ö!!!

Bis bald & Namaste!

Eure Weltenbummler!

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