Der große Preis von Bali: wie Tu Dè uns weltmeisterlich zum Abheben bringt…

Liebe panne- Leser,

am Ende haben heute only fünf Minuten darüber entschieden, ob wir (die Besucher) unseren Rückflug nach Frankfurt noch schaffen. Was für ein Tag!

Diese Einleitung lässt ja schon vermuten, dass die Wochen bei panne leider schon wieder vorbei sind. Die letzten beiden Tage haben wir nur noch die tolle Zeit in der Villa genossen, reichlich Müßiggang betrieben, den Pool gequält und die balinesischen Kochkünste von Putu durchprobiert. Wir haben nun alle Sorten der Goreng’s -von Nasi bis Bami- durch, die leckeren Glasnudeln- Frühlingsrollen und vieles mehr.

Heute (Sonntag) hatten wir mit Tu Dé die Abholung für 13 Uhr vereinbart. So gab es noch etwas „Luft“ für uns, um auch am aller-aller-letzten Tag noch den Pool nutzen zu können. Nach dem Breakfast waren wir noch einmal bis fast 12 Uhr planschen. Obwohl das überhaupt nicht mein Ding ist und ich mich 12 Tage erfolgreich gewehrt hatte, haben mich Anne & Pat heute noch zu einer Trio- Arschbombe überredet 🙂 . War echt cool !!

Kurz vor Abfahrt stand unser gesamtes Personal in Reih und Glied aufgestellt, um uns zu verabschieden. Da waren der Gärtner, der Securityman und die beiden Hausfeen- wobei uns Putu am meisten begeisterte- sie hat sogar nach unserer Wäsche gefragt und die auch noch gewaschen. Wow- wir waren zwei Wochen lang kleine Könige von Bali 🙂 !!

Wir hatten wie immer einen Puffer in die Fahrtenplanung zum Airport eingeplant, die reguläre Fahrzeit betrug ja etwas über drei Stunden, also wählten wir 4,5 Stunden. Auch Tu Dè war guter Dinge, dass wir das schaffen würden. Also blieben uns noch ein paar Minütlichen, um die Restkohle in einem gigantisch großen Souvenirshop zu verbraten. Die Preise dort waren paradiesisch- besonders die schönen Holzschalen, -teller und Holzschnitzereien lagen bei rund 5-10 % der deutschen Preise. Aber leider waren inzwischen alle Lücken in allen Koffern voll gepackt und viel konnten wir nicht mehr mitnehmen 🙁 . Pat hatte dann noch kurz einen Herzstillstand, als ein Geldautomat seine Visa einzog, der Bildschirm schwarz wurde und offensichtlich keinen Bock mehr hatte, seinen Dienst zu erbringen. Nach `ner Minute in Schockstarre spukte das Ding die Karte wieder aus und Pat begann wieder zu atmen 🙂 .

Und weiter ging es. Nach einer Stunde hatten wir schon enorme 30 km geschafft und jetzt sollten wir einen Eindruck davon bekommen, was passiert wenn alle Balinesen auf einmal einen Sonntagsausflug machen. In die Berge- zu einem großen See. Wir standen im Stau und nichts bewegte sich. Anfangs meinte Tu Dè noch ganz selbstbewusst, dass das sonntags hier immer so sei und in paar Minuten weiter gehen würde. Mmmhhh, es wurden 15 Minuten, 20 Minuten, 30 Minuten und wir alle im Auto wurden langsam unruhiger, prüften alle paar Sekunden online die Restfahrzeit. Tu Dè ging dazu über, alle möglichen Autos auf der Gegenfahrbahn in der Vorbeifahrt zur Staulänge zu befragen. Die für uns günstigste Meinung lag einfach nur bei „sehr lang“, die schlechteste „dreh lieber um“. What? Umdrehen? Das war doch die einzige Straße hier nach Denpasar. Tu Dè checkte noch einmal unsere Check-Inn-Zeiten ab, prüfte mit unserem Handy via LTE die Stausituation und bekam Schweißperlen auf die Stirn. In einem Ruck steuerte er den Wagen noch weiter nach links, also neben die Fahrbahn und hatte offensichtlich den Plan, offroad am Stau vorbei zu hämmern. Was für uns gut strukturierte und gehorsame Europäer unmöglich vor kommen musste- es funktionierte hier. Wir machten so bestimmt fünf Kilometer gut. Und Leute- glaubt nicht das da nicht noch was gehen würde. Nicht auf Bali 🙂 . In dritter Reihe der einen Fahrbahn schossen dann auch noch hunderte Roller an uns vorbei. Es lagen nur noch Zentimeter zwischen uns, Roller, Baum oder tiefem Graben. Aber ich kann Euch beruhigen- wir haben uns gefeiert. Inzwischen kannten wir unseren Chauffeur als umsichtigen und besonnen Fahrer, der sich enorme Gedanken machte, ob die anspruchsvollen Fahrgäste so etwas wie „Tu Dè“ is a bad driver“ im Internet hinterlassen würden. Niemals- wir nicht! Gut, als dann links nichts mehr ging, wechselten wir auf die Gegenfahrbahn, sobald dort eine Lücke war. Die Roller wichen schon irgendwie aus. Pat meinte, dass sie schon in Südamerika viel erlebt haben, aber neue Fahrspuren eröffnen, war für ihn auch neu. Irgendwann stand an der Seite ein Polizist, Tu Dè rief ihm einfach zu, dass er es wirklich eilig habe, er müsse zum Airport. Okay, damit war das Thema Polizei schon erledigt. Übrigens haben wir Tage vorher einen Streifenwagen mit Blaulicht auf der Gegenfahrbahn gehabt, der abbiegen wollte. Es hielt natürlich niemand an. Der musste genauso warten wie jeder andere auch- Blaulicht hin oder her 🙂 . Ohje! Gut, irgendwann standen wir wieder und aus räumlicher Enge sah unser Fahrer wohl keine Alternative, als zu warten. Auf Höhe des See’s sahen wir dann das ganze Übel: alle Parkplätze voll und wer noch zum See wollte, parkte halt irgendwie wo Platz war. Inzwischen hatten wir schon gecheckt, wie wir die Flüge umbuchen konnten und mussten uns irgendwie gedanklich damit anfreunden, erst einen Tag später zu Hause anzukommen. Tu Dè gab weiter alles und machte das Unmögliche möglich: unser Abflug war 8:00 pm und 6:45 pm flogen wir am Terminal ein. Als wir ausstiegen und Tu Dè sagten, dass wir den Flug noch bekommen werden, strahlte er über das ganze Gesicht und freute sich ganz ehrlich mit uns. Klasse Typ! Nun hetzten wir ins Terminal und was wir jetzt noch nicht auf dem Schirm hatten, war der balinesische Check Inn. Erst ein Security Check- komplett. Dann Check- Inn- Schalter. Da wir noch nachzahlen mussten, dauerte diese Aktion eine gute halbe Stunde. Denn: man schreibt dann hier die geänderten Tickets per Hand und Kohlepapier und die Kreditkartennummer wird einfach abgeschrieben. Okay, als der Check Inn erledigt war, schlug die Uhr bereits 7:25 pm. Boardingtime war um 7:20 pm. Schnell von Anne & Pat verabschieden, ab zum Gate. Aber hier der nächste Schreck. Es kam noch einmal Security Check- komplett und mit ewig langer Schlange. Danach noch die Passkontrolle. So konnten wir unseren Flug endgültig vergessen. In lauter Verzweiflung versuchte ich mit meinen Augen einen Agent von Singapore Airlines zu erblicken, was mir dank der Dienstkleidung auch gelang. Ich fragte nach unserem Gate und zeigte auf die Boardingtime. Und an dieser Stelle: auch wenn vieles ungewöhnlich für uns ist auf Bali, sind die Menschen freundlich. Er schleppte uns an der Schlange vorbei, wir kamen sofort an die Reihe, auch bei der Passkontrolle. Nun nur noch das Gate finden und sage und schreibe um fast genau 7:45 pm standen wir am Flieger. 7:50 pm wären die Schalter geschlossen worden. Das waren also unsere alles entscheidenden fünf Minuten 🙂 .

Zu meiner Verblüffung stand der nette junge Mann jetzt am Gate und ich konnte noch einmal „Danke“ sagen- ohne ihn lägen wir jetzt wahrscheinlich in einem Hotelbett in Denpasar. Wir saßen-oh Überraschung- in der allerletzten Reihe. Beim abladen meines Rucksackes blieb dieser auf einmal an meiner Hose hinten hängen. Häähh? Ich hatte mich so beim Security beeilt, dass ich die Riemen vom Rucksack zusammen mit dem Gürtel durch die Hosenschlaufen gefädelt habe. Während ich mich befreite, musste ich erstmal lachen- darüber und über diesen crazy Tag. Bei der ganzen Aktion waren wir im 30 Grad heißen Flughafengebäude natürlich gut geschwitzt und jetzt erwartete uns eine wirkliche Gefrierschrank-Maschine der Singapore Airlines. Unser Klappern konnten sie nur wieder gut machen, indem sie uns ein gutes Abendessen servierten- denn gegessen hatten wir ja vor lauter Eile auch nichts. Wir erreichten pünktlich Singapore und sitzen nun wieder in der Lufthansa nach Frankfurt, wo wir Montagmorgen um 6.20 Uhr landen sollten.

So- nun habe ich auf der eigentlichen Seite von Anne und Pat nur von uns Besuchern geschrieben. Sorry- aber diese Geschichte musste ich einfach noch irgendwie verarbeiten und mit Euch teilen 😉 .

Um die Beiden auch noch ganz kurz zu erwähnen 🙂 : unsere Wege haben sich hier am Flughafen getrennt und panne werden sich die nächsten Tage von ihrem neuen Ziel in Asien melden: Thailand.

Was bleibt am Ende noch zu sagen? Es war ein geiler Urlaub! Für uns alle! Und wir möchten ein ganz dickes „DANKE“ an unseren Kevin sagen, der uns die Villa als Geburtstagslocation zur Verfügung gestellt hat. Eigentlich völlig verrückt!!

Und für mich war das nun das letzte Mal „Mit panne on tour“. Sieben Wochen durfte ich Anne & Pat durch Alaska, Neuseeland und Bali begleiten und diese intensive Zeit hat uns noch näher zusammen geschweißt. Es war einfach toll, voller Abenteuer, voller Prüfungen, voller Vertrauen. Danke Ihr Zwei 🙂 ! Aber nun sind es auch für Anne und Pat nur noch sieben Wochen und ich bzw. wir freuen uns tierisch, wenn Ihr endlich wieder bei uns in Deutschland seit und wir wohl insbesondere noch einmal über den heutigen Tag ablachen werden.

Das war’s also vom Ö auf panneontour- hat mir großen Spaß gemacht hier zu schreiben.

Tschüss- Euer Ö- mit lieben Grüßen von Jule & Kevin und natürlich Anne & Pat 🙂 !!

 

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