Colca Canyon – Ein Anden-Canyon der Superlative: We are hiking „Inka flat“

Hier nun wie angekündigt der Bericht zum Colca Canyon 😉 !

Unsere 3-tägige Trekkingtour startete von Arequipa aus und zwar nachts um 3 Uhr. Pünktlich zu so einem Event hatten wir ein kleines Problem;-). Patrick hatte der peruanische Fluch erwischt, so dass er den Abend vorher bis zur Abfahrt das Bad kaum verlassen hat. Vollgepumpt mit Kohletabletten und Iberogasttropfen waren wir unsicher ob wir die Tour starten sollten! Da er aber kein Fieber hatte und auch kein Erbrechen, haben wir nachts um drei mit dem Tourguide kurz gesprochen und dann entschieden es zu probieren. Hier in Peru ist man da sehr entspannt, im Notfall hätte sich auch ein Transport zurück gefunden… Jetzt hieß es nur die 4h Busfahrt bis zum Ausgangspunkt der Tour zu überstehen.

Zum Glück haben die Kohletabletten angeschlagen und wir haben die Fahrt heil überstanden. Unterwegs haben wir noch an einem Aussichtspunkt angehalten der sich „Cruz del Sur“ nennt – also Kreuz des Südens. Hier kann man, wenn man Glück hat, Condorvögel beobachten. Wir hatten ein enges Zeitfenster von 30 Minuten. Zunächst haben wir uns zwischen den Touristenmassen einen Platz gesucht und nicht einen Vogel am Himmel gesehen. Nach einer Weile war plötzlich ein Condor am Himmel – wir waren so happy! Aus dem einem Condor wurden dann zwei und dann drei und schließlich 6 Stück! Sie kreisten ihr Runden direkt vor uns und haben sich nicht unweit von uns auch an den Klippen niedergelassen! Was für ein Erlebnis diesen speziellen Vogel so nah zu sehen! Aber seht ihn euch einfach mal auf den Bildern an! Von diesen Vögeln gibt es nicht mehr viele….

Nach einem kleinen Frühstück ging es dann endlich los. Die Gruppe von 10 Leuten war bunt gemischt (Engländer, Australier, Italiener, Amerikaner und Deutsche)! An diesem Tag sollte es eine 3 bis 4 stündigen Abstieg in den Canyon geben! Als wir losliefen meinte unser Guide Betsy, wir sollten doch mal nach oben sehen in die Sonne. Ok – schauen wir also alle mal die Sonne an… Was erwartet man da schon??? Wir wurden mal wieder überrascht sag ich euch!!! Um die Sonne herum zeigte sich uns ein Kreis, der wie ein Regenbogen aussah! Glaubt ihr nicht? Ich würde es auch nicht, wenn ich es nicht gesehen hätte! Dieser Regenbogen, der sich um die Sonne bildet nennt man „…“, er entsteht bei bestimmten Wetterbedingungen! Einfach genial!

Mit diesem fantastischen Beginn ging es dann in den Canyon. Die Canyons hier sind ganz anders als dass was wir aus den USA kennen! Wir sind ja nun hier in mitten der Anden! Am besten ihr seht euch mal die Fotos an um eine Vorstellung zu bekommen!

Der Abstieg war anstrengend, da es immer weiter hinunter ging durch Geröll und die Sonne direkt über uns stand! Die Aussicht die man hatte, hat immer wieder für mehr als einen Ausgleich gesorgt! Irgendwann gegen halb zwei waren wir dann an unserem Ziel, einem kleinen Ort im Tal des Canyons! Hier haben wir einfach nur noch entspannen können. Zum Mittag gab es Alpaca-Fleisch! Haben wir probiert und müssen sagen es war wirklich lecker! Nachmittags haben wir dann einfach entspannt und uns mit den anderen Backpackern ausgetauscht! Geschlafen haben wir in einer wirklich einfachen Lehmbude, war absolut passend und einzigartig!

Am nächsten Morgen ging es dann weiter. Nach einem kleinen Frühstück ging es dann bergauf und bergab durch den Canyon. Unser Tourguide nannte das „Inka flat“. Also Inka-flach bedeutet übersetzt auf und ab! Wir sind an herrlichen Kakteen vorbeigekommen!!! Diese Kakteen haben zum Teil eine weiße Schicht an den Blättern und kleine weiße Kugeln! Das sieht zunächst aus, als seien sie irgendwie von etwas befallen. Schnell haben wir aber gelernt, dass diese kleinen weißen Kugeln sehr wichtig waren für den Kaktus (natürlicher Sonnenschutz) und für die Inkas! Wenn man sie zerdrückt kommt rote Farbe heraus! Diese kann man für alles Mögliche verwenden! Die Inkas haben sie zur Bemalung genutzt und zum Färben von Stoffen. Innerhalb weniger Minuten hatten wir „Inka – Frauen“ alle rote Lippen und rote Streifen! Nach unser 4stündigen Wanderung mit Pflanzenkunde waren wir dann in einer kleinen Oase angekommen, wo wir den Nachmittag und die Nacht verbringen sollten! Hier war es wirklich wie in einer Oase! Nicht nur, dass alles grün war und es überall Blumen gab, hier befand sich auch ein großer Pool mit Bergwasser! Nach einer Wanderung genau das Richtige! Es dauerte also keine 10 Minuten bis wir alle im Pool waren ;-)! Die Kulisse war der Wahnsinn, wir waren umgeben vom Canyon und saßen in unserer kleinen grünen Oase! Das war einer der entspanntesten Momente unserer Reise! Inzwischen ging es Patrick auch wieder soweit gut, dass er alles Essen konnte! Am Abend gab es eine riesige Portion Spaghetti – genau das Richtige!

Am letzten Tag stand uns dann der anstrengendste Teil bevor! Um 5 Uhr morgens sollte der Aufstieg aus dem Canyon beginnen – ca. 1000 Höhenmeter in 2-3 Stunden, bevor die Sonne diese Bergseite anstrahlt! Also ging es ohne Frühstück, dafür mit Taschenlampen los zum Aufstieg. Jeder der eine Idee davon hat mal eben auf nüchternen Magen 1000 Höhenmeter zurückzulegen, kann sich ungefähr vorstellen wie es uns ging! Aber wir haben durchgehalten und kamen nach 2,5 Stunden oben an! Belohnt wurden wir immer wieder mit einer tollen Aussicht – vor allem wenn die Sonne anfängt in den Canyon zu scheinen und die Berge in ein goldfarbenes Licht taucht! Nach diesem Aufstieg gab es dann erst mal Frühstück! Mit dem Bus ging es dann wieder zurück Richtung Arequipa. Unterwegs haben wir nochmal an einem Aussichtspunkt gestoppt, wo es auch Baby-Alpacas gab! Dann ging es weiter bis zu ein paar heißen Quellen. Da diese leider voll waren mit Menschen, haben wir uns dafür entschieden ein Nickerchen am Fluss zu machen und nicht in die Quellen zu steigen. Während unseres Mittagsstopp hatten wir dann das Glück einen kleinen Umzug in einem der Bergdörfer zu sehen. Wir vermuten mal, dass jemand geheiratet hat? Auf jeden Fall haben wir die traditionelle peruanische Kleidung der Andenvölker bewundern können!

Den letzten Stopp haben wir dann am höchsten Punkt eingelegt. Wir waren bis auf 4920 Metern gewesen! Zum Glück haben wir es gut vertragen! Dann ging`s zurück nach Arequipa, wo wir nur noch ins Bett gefallen sind, da wir am nächsten Morgen bereits wieder um 5 Uhr im Bus sitzen wollten. Die 3 Tagestour war Klasse – wir haben die Anden sehr genossen! Für uns war es auch eine kleine Probe, da wir nun nach Cusco aufbrechen um uns den Machu Picchu anzusehen! Wer uns kennt weiß, dass wir nicht einfach nur eine Tagestour dahin machen werden… Wir haben bereits eine 5 tägige Trekkingtour gebucht! Ja richtig gelesen: 5 Tage durch die Anden bis zum Machu Picchu! Da man den bekanntesten Weg, den sog. Inka Trail meist 6 Monate vorher buchen muss, haben wir uns für die alternative Variante entschieden: den Salkantay-Trail! Wir sind gespannt was uns alles erwartet! Wir werden auf bis zu 4800 Meter hochsteigen und dann wieder hinab und hinauf…. Also Inka-flat!!!

 

Mal sehen was es da alles Spannendes zu berichten gibt!!!

 

Bis dahin,

ganz liebe Grüße von euren Weltenbummlern!!!

 

 

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